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/ 04.06.2013
Christiane Eilders

Nachrichtenfaktoren und Rezeption. Eine empirische Analyse zur Auswahl und Verarbeitung politischer Information

Opladen: Westdeutscher Verlag 1997 (Studien zur Kommunikationswissenschaft 20); 357 S.; kart., 64,- DM; ISBN 3-531-12913-9
Überarbeitete Fassung der Diss. Sozialwissenschaftliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München; Erstgutachter: W. Früh. - Nachrichtenfaktoren sind Merkmale eines Ereignisses (etwa: Überraschung), die als Selektionskriterien im Prozeß der journalistischen Auswahl von Ereignissen wirken. Diese werden häufig als allgemein-menschliche, wahrnehmungspsychologisch begründete Kriterien bestimmt, und es wird deshalb unterstellt, daß Journalisten und Rezipienten die gleichen Selektionsmuster anwenden. Die mit diesem Selektionsprozeß der Medienmacher verbundenen Probleme wurden schon häufiger untersucht. Die vorliegende empirische Studie (Sekundäranalyse) untersucht im Gegensatz dazu die Rolle der Nachrichtenfaktoren bei der Rezeption von Medienbeiträgen. Die Autorin kommt dabei zu dem Ergebnis, daß Nachrichtenfaktoren zwar grundsätzlich ein geeignetes Konzept zur Beschreibung der Selektionskriterien der Rezipienten darstellen, dieses Konzept dazu jedoch nach Faktorvorkommen und -stärke ausdifferenziert werden muß. Außerdem kann man, so zeigt die Autorin, dann vier "Verarbeitungstypen" mit je unterschiedlicher Reaktion auf Nachrichtenfaktoren unterscheiden. Dabei wird deutlich, daß sich politisch gut informierte Rezipienten im Gegensatz zu weniger gut informierten Rezipienten nur in sehr geringem Ausmaß an Nachrichtenfaktoren orientieren.
Silke Becker (Be)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.222.333 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Christiane Eilders: Nachrichtenfaktoren und Rezeption. Opladen: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3542-nachrichtenfaktoren-und-rezeption_4729, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4729 Rezension drucken
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