Skip to main content
/ 04.06.2013
Rüdiger Gerst

Möglichkeiten und Grenzen des Individuums in der Demokratie. Ein Diskussionsbeitrag zur verfassungspolitischen Staatstheorie

Bamberg: Leibniz-Verlag 1996; 33 S.; kart., 6,80 DM; ISBN 3-931239-03-9
Schriftliche Fassung eines vom Verfasser bei verschiedenen Institutionen gehaltenen Vortrages. Gerst versteht seine Schrift als "einen praktisch-philosophischen Diskussionsbeitrag mit normativem und ontologischem Ansatz". Er sucht nach Möglichkeiten, die "systemimmanenten Inkompetenzschwächen" (8) zu beheben und will für eine föderalistisch-repräsentative Demokratie plädieren. Als Schwäche der Demokratie betrachtet Gerst u. a. die Auswahl des politischen Führungspersonals. Kandidaten werden eher, so Gerst, wegen Show- und Sympathieeffekten und skrupellosen leeren Versprechungen gewählt als aufgrund ihrer Sachkompetenz. Angesichts des allem übergeordneten Zieles des Machterhalts und -gewinns besteht die Neigung, unpopuläre Meinungen nicht zu vertreten oder entsprechende Entscheidungen nicht zu treffen (18). Weiterhin reflektiert Gerst die Spannungsverhältnisse zwischen Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität anhand von praktischen Beispielen. Im Ergebnis plädiert der Autor für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen diesen Grundwerten, in dem sich dann das Individuum am besten entfalten könne (29). Leider werden keine konkreten Vorschläge für Maßnahmen zur Überwindung besagter "Inkompetenzschwächen" gemacht.
Stefan Lembke (SL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.21 Empfohlene Zitierweise: Stefan Lembke, Rezension zu: Rüdiger Gerst: Möglichkeiten und Grenzen des Individuums in der Demokratie. Bamberg: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3665-moeglichkeiten-und-grenzen-des-individuums-in-der-demokratie_4878, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4878 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA