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/ 21.06.2013
Rainer Geißler / Horst Pöttker (Hrsg.)

Massenmedien und die Integration ethnischer Minderheiten in Deutschland. Band 2: Forschungsbefunde

Bielefeld: transcript Verlag 2009 (Medienumbrüche 30); 352 S.; 29,80 €; ISBN 978-3-8376-1027-7
Seit 2002 befassen sich am DFG-Forschungskolleg 615 „Medienumbrüche zu Beginn des 20. und am Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert“ beteiligte Wissenschaftler an der Universität Siegen mit dem Thema der medialen Integration ethnischer Minderheiten. Mediale Integration meint dabei die Art und Weise, in der Massenmedien Fragen der Zuwanderung und der zunehmenden kulturellen Pluralisierung der deutschen Gesellschaft aufgreifen. Ein zweiter, ebenso wichtiger Gesichtspunkt betrifft die professionspolitische Dimension der Beschäftigung von Journalistinnen und Journalisten mit Migrationshintergrund in den Redaktionen. Das Forschungsprojekt orientiert sich – in Abgrenzung zu gängigen Assimilations- oder Segregationskonzepten – an einem interkulturellen Integrationsbegriff, demzufolge moderne Einwanderungsgesellschaften ihre Einheit durch Anerkennung kultureller Unterschiede erhalten. Bei diesem Band handelt es sich um die vierte Publikation des Forschungskollegs. Es enthält Ergebnisse von 13 Teilstudien, die sich mit unterschiedlichen Ausschnitten des Rahmenthemas auseinandersetzen. Dazu gehören in historischer Perspektive Untersuchungen zum Presseecho auf die polnische Migration im Ruhrgebiet Anfang des 20. Jahrhunderts sowie auf das deutsch-italienische Anwerbeabkommen von 1955. Breiten Raum nimmt die Analyse der aktuellen Situation ein. Hier geht es zum einen auf der Basis von Befragungen um die – bisher gering ausgeprägte – ethnische Diversität von Zeitungsredaktionen. Im Rahmen von Inhaltsanalysen wird zum anderen untersucht, welche Bedeutung das im deutschen Pressekodex verankerte Diskriminierungsverbot in der praktischen Pressearbeit hat. Dass sich die einschlägige Berichterstattung in den letzten zehn Jahren durchaus verändert hat, zeigen zwei Längsschnittstudien – vor allem Lokalzeitungen sind ausgewogener geworden. Im interkulturellen medialen Raum spielen sogenannte Ethnomedien eine besondere Rolle – in zwei Teilstudien geht es deshalb um die Europaseiten der türkischen Tageszeitung Hürriyet, die mit ihrer nationalistischen Ausrichtung eher segregative Tendenzen verstärkt.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.3332.35 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Rainer Geißler / Horst Pöttker (Hrsg.): Massenmedien und die Integration ethnischer Minderheiten in Deutschland. Bielefeld: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30701-massenmedien-und-die-integration-ethnischer-minderheiten-in-deutschland_36464, veröffentlicht am 02.09.2009. Buch-Nr.: 36464 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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