/ 21.06.2013
Til Huber
Makler der Demokratie – Das Potenzial europäischer Parteien am Beispiel der Sozialdemokratischen Partei Europas
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2007 (Münchner Beiträge zur europäischen Einigung 19); 124 S.; brosch., 19,- €; ISBN 978-3-8329-2800-1Magisterarbeit München; Gutachter: W. Weidenfeld. – In seiner Analyse der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) geht Huber der Frage nach, inwieweit die SPE die klassischen Funktionen einer nationalstaatlichen Partei erfüllt und welchen Beitrag sie zur Integration Europas leistet. Hierzu bedient er sich zahlreicher Quellen der Partei, greift auf Zeitungsberichte zurück und interviewt zehn Akteure, darunter Rudolf Scharping (ehemaliger Vorsitzender der SPD und ehemaliger Präsident der SPE) und Klaus Hänsch (seit 1979 MdEP und ehemaliger Präsident des EP). Nach einer Darstellung der allgemeinen Rolle von Parteien in der Demokratie sowie der Rahmenbedingungen in der EU widmet sich Huber der Debatte um das Demokratiedefizit der Europäischen Union. Auf eine kurze Abhandlung des Zweckes und der rechtlichen Stellung europäischer Parteien folgt dann seine Analyse der SPE. Hubers Fazit fällt gemischt aus: Einerseits erfülle die SPE die Zielfindungsfunktion von Parteien und fördere auch die EU-Integration; andererseits vermöge sie es noch immer nicht, die Bürger Europas einander anzunähern. Als Pool für hochqualifizierten Parteinachwuchs fungiere sie ebenso wenig. Und schließlich hinderten die besonderen Strukturen des Mehr-Ebenen-Regierens die SPE an einem geschlosseneren Auftreten und einer deutlicheren Artikulation und Durchsetzung sozialdemokratischer Ziele. Trotz dieser wenig überraschenden und kaum optimistisch stimmenden Ergebnisse hinsichtlich des demokratischen Potenzials der SPE und anderer europäischer Parteien sieht Huber die weitere Entwicklung optimistisch, weil Veränderungsprozesse innerhalb der Partei erkennbar seien und eine Reform des Parteienstatuts Verbesserungen verspreche. Huber ist eine solide und umfassende Arbeit gelungen, die nicht zuletzt von den Schilderungen seiner Gesprächspartner profitiert, durch die Politikwissenschaftler wichtige Einblicke in die politische Praxis erhalten.
Dirk Burmester (DB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
Rubrizierung: 3.4
Empfohlene Zitierweise: Dirk Burmester, Rezension zu: Til Huber: Makler der Demokratie – Das Potenzial europäischer Parteien am Beispiel der Sozialdemokratischen Partei Europas Baden-Baden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28126-makler-der-demokratie--das-potenzial-europaeischer-parteien-am-beispiel-der-sozialdemokratischen-partei-europas_33065, veröffentlicht am 07.03.2008.
Buch-Nr.: 33065
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Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
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