/ 22.06.2013
Karsten Zimmermann
Institutionalisierung regionaler Kooperation als kollektiver Lernprozess? Das Beispiel Metropolregion Rhein-Neckar
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2012 (Modernes Regieren. Schriften zu einer neuen Regierungslehre 9); 335 S.; pb., 59,- €; ISBN 978-3-8329-6374-3Für Karsten Zimmermann sind Metropolregionen „Hoffnungsträger einer an ständigen Innovationen ausgerichteten Ökonomie“ (11), deren Gestalt durch die „Metropolenpolitik“ (153) bestimmt wird. Diese sollte dazu beitragen, die Innovations‑ und Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken, günstige Standortfaktoren zu schaffen und die internationale Vernetzung zu fördern. Am Beispiel der Rhein‑Neckar‑Region überprüft der Autor die Anwendbarkeit lerntheoretischer Ansätze vor allem aus dem Bereich der Organisationsforschung. Seine Wahl fiel aus folgenden zwei Gründen auf diese Region: Erstens entstehen dort Institutionen, die einem neuen Verständnis von Staatlichkeit und politischer Steuerung entsprechen, wofür „handlungsleitende Ideen, Lernen und Wissen bedeutsam“ (14) sind. Zweitens ist diese regionale Selbstkoordination bundesweit prägend, „wobei die jeweils verantwortliche Landesregierung in letzter Instanz zustimmen muss, mithin den Prozess fördern oder auch bremsen kann“ (15). Zudem sieht Zimmermann besondere Probleme bei politisch und administrativ geteilten Regionen – wie etwa der des Rhein‑Neckars, da drei Bundesländer tangiert sind. Den organisatorischen Kern bildet die Gesellschaft „Europäische Metropolregion Rhein‑Neckar GmbH“, die sich aus einem Verband und einem Verein sowie den regionalen Industrie‑ und Handelskammern zusammensetzt. Die Gesellschaft, in der die Kommunen und Landkreise, Universitäten und Wirtschaftsunternehmen vertreten sind, fungiert als für das Regionalmanagement zuständige Entwicklungsagentur. Im Rahmen ihrer Arbeit lassen sich, so der Autor, folgende Lernprozesse beobachten: Policy‑Lernen – „die Praktiken in anderen Regionen wirken inspirierend und motivierend, haben aber nicht den Status von Modellen“ (289) –, soziales Lernen durch kollektive Konstruktion und Lösung von Problemen bei variablen Zielen sowie politisches Lernen, „das sich auf die erfahrungsbasierten Taktik‑ und Strategieveränderungen einer Akteurskonstellation bei der Erreichung ihrer Ziele bezieht“ (289). Als Fazit hält Zimmermann fest: „Viele dieser Lernprozesse blieben [...] insofern latent, als sie nicht augenblicklich zu politischen Veränderungen führten, sondern Dispositionen für zukünftiges Verhalten schaffen.“ (291)
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.325 | 2.32
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Karsten Zimmermann: Institutionalisierung regionaler Kooperation als kollektiver Lernprozess? Baden-Baden: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35746-institutionalisierung-regionaler-kooperation-als-kollektiver-lernprozess_43320, veröffentlicht am 30.05.2013.
Buch-Nr.: 43320
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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