Im Griff der rechten Szene. Ostdeutsche Städte in Angst
Reinbek: Rowohlt 1997; 250 S.; 14,90 DM; ISBN 3-499-22125-XSchröder, der in den letzten Jahren mit einer Reihe von Untersuchungen und Hintergrundreportagen zur rechtsextremistischen "Szene" sowie zu verschiedenen Aspekten des Neonazismus und seiner Bekämpfung durch ordnungsstaatliche Maßnahmen hervorgetreten ist, konzentriert sich in dieser Arbeit auf die Frage nach dem Zusammenhang unterschiedlicher Phänomene von organisiertem Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Skinhead-Krawallen am Beispiel ostdeutscher Provinzstädte. Im Sinne von Fallstudien nimmt er die Kleinstädte Quedlinburg, Wurzen, Schwedt, Fürstenwalde und Trebbin im Zeitraum zwischen 1990 und 1997 zum Beispiel, um die rasch fortschreitende Entwicklung eines sozialen Klimas vor Ort zu rekonstruieren, in dem "rechte" Gewalt und die Parolen und Politpropaganda organisierter Neonazis, wenn nicht auf (stillschweigende) Zustimmung durch eine Mehrheit der Bevölkerung, so doch auf wenig Gegenwehr getroffen seien. Der Autor bemüht sich, sowohl im Auftreten der unterschiedlichen Formen von Rechtsextremismus als auch an den Reaktionen von Bevölkerung, Polizei und Lokalpolitikern darauf, durchgehende Denkmuster und Analogien im Verhalten aufzuzeigen. Ihnen widmet er im abschließenden Kapitel eine ausführliche Erörterung anhand der neueren Forschung zum politischem Extremismus und der konkurrierenden Theorien zu Neonazismus und Ausländerfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland.
Error: Rezension G:\Rezensionen alte Jahrgänge\Jg1998\81hn15sc.doc liegt als DOT vor!Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.