/ 20.06.2013
Wolfgang Bergem
Identitätsformationen in Deutschland
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005 (Forschung Politik); 390 S.; brosch., 42,90 €; ISBN 3-531-14646-7Politikwiss. Habilitationsschrift Wuppertal; Gutachter: H. J. Litzmann, V. Ronge, W. Bleek, T. Greven. – In Abgrenzung zu zahlreichen sozial- und kulturwissenschaftlichen Studien rückt Bergem den Identitätsbegriff in das Zentrum politikwissenschaftlicher Analyse. Theoretisch und empirisch begründet er, inwiefern das Konzept kollektiver Identität untrennbar mit den Phänomenen Macht und Herrschaft verknüpft ist und somit „auf das genuin Politische“ (17) zielt. Die ideengeschichtliche Betrachtung reicht von Platon und Augustinus über Rousseau und Carl Schmitt bis hin zu Taylor und Welsch. Der Autor erläutert anschaulich die Relevanz philosophischer Argumentationslinien für die Erklärung der historischen und aktuellen Prozesse, durch die Identität her-, dar- und sichergestellt wird. Mit Rückgriff auf empirische Daten der politischen Kulturforschung erörtert er die pluralen, prozesshaften und offenen Identitätsformationen in Deutschland. Er stellt den noch nicht vollendeten Weg Deutschlands zur wiedervereinten Nation in den Kontext parallel verlaufender regionaler und supranationaler, insbesondere europäischer politischer Identitätsbildungen. Schließlich illustriert Bergem die „stille Transformation“ (315) des Selbstbildes der alten Bundesrepublik in eine „kollektive Identität in Deutschlands Dritter Republik“ (329).
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 2.35
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Wolfgang Bergem: Identitätsformationen in Deutschland Wiesbaden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24557-identitaetsformationen-in-deutschland_28360, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28360
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Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
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