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/ 19.06.2013
Sebastian Haunss

Identität in Bewegung. Prozesse kollektiver Identität bei den Autonomen und in der Schwulenbewegung

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004 (Bürgergesellschaft und Demokratie 19); 291 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 3-8100-4150-5
Diss. Bremen; Gutachter: F. Nullmeier, R. Roth. - Prozesse kollektiver Identität haben, so die zentrale These des Autors, einen wesentlichen Einfluss auf die Mobilisierungsfähigkeit sozialer Bewegungen. Haunss richtet seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf die Verschränkung von Alltagshandeln und politischem Handeln, die jenseits von spektakulären Politaktionen stattfindet. Eine zentrale Rolle für Prozesse kollektiver Identität spielen, so das Ergebnis, insbesondere so genannte Commitment-Frames, die politisches Handeln einerseits sowie Alltagspraktiken und subkulturelle Lebensstile andererseits integrieren, die politische Bewegung also zu einem zentralen Element auch des privaten Lebens machen und umgekehrt. Gelinge die Etablierung solcher Commitment-Frames, sei dies eine machtvolle Ressource für die Mobilisierungsfähigkeit der Bewegung. Dabei spielten Szenen eine wichtige Rolle: Zum einen seien sie Ressource für die Mobilisierung, zum anderen böten sie Rückzugsräume für Aktivisten. Die Arbeit basiert auf einer Medienanalyse des Autors, der insgesamt 1.300 Artikel ausgewertet hat. Diese stammen sowohl aus der Berliner Zeitschrift „Interim" der Autonomen Szene aus den Jahren 1988 bis 2001 als auch aus der Schwulenpublikation „Rosa Flieder" aus den Jahren 1979 bis 1989.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.331 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Sebastian Haunss: Identität in Bewegung. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20964-identitaet-in-bewegung_24450, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24450 Rezension drucken
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