Skip to main content
/ 20.06.2013
Jürgen Stern

Grüne Spitzen. Elitenbildung in einer egalitären Partei

Stuttgart: ibidem-Verlag 2004; 172 S.; pb., 19,90 €; ISBN 3-89821-296-3
Gleichheit hatte bei den Grünen immer einen hohen Stellenwert und so war ihr Bestreben auch darauf gerichtet, innerparteiliche Eliten zu verhindern. Dennoch stößt der Zeitungsleser inzwischen auch bei den Grünen immer wieder auf dieselben Namen. Der Autor fragt: „Wie sollte die Bildung von Eliten verhindert werden? Wie hat sie sich (trotzdem) entwickelt? Welchen Charakter hat die Führungsschicht der Partei heute?" (12) Es habe sich eine Elite gebildet, weil die Grünen sich nicht mehr als Systemopposition verstünden. Zudem erfordere das parlamentarische System Fachwissen und die Kenntnis der Techniken zur Durchsetzung der eigenen Positionen sowie zur Mobilisierung der Wähler. Dieses Ergebnis wird empirisch abgesichert durch die Untersuchung der kulturellen und institutionellen Rahmenbedingungen, der Karrieren von 480 Funktionsträgern und der Mechanismen, die es ermöglichen, dass die in Organisationen, Parlaments- und Regierungselite geteilte Elite dennoch als Einheit agieren kann. Eine eindeutige Antwort auf die Frage, um welche Art von Elite es sich bei den Grünen handelt, kann jedoch noch nicht gegeben werden: „Die Grünen pendeln daher wohl zwischen Stratarchie und lose verkoppelter Anarchie. Welchem Pol sie zuneigen, hängt davon ab, in welchem Maß sich Joschka Fischer in der Partei engagiert." (139) Denn je stärker dieser in der Partei aktiv wird, umso deutlicher sind die Grenzen der Strömungen erkennbar.
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.331 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Jürgen Stern: Grüne Spitzen. Stuttgart: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21996-gruene-spitzen_25069, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25069 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA