/ 17.06.2013
Karl-Peter Sommermann (Hrsg.)
Gremienwesen und staatliche Gemeinwohlverantwortung. Beiträge zu einem Forschungssymposium des Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung am 27. und 28. April 2000 in Speyer
Berlin: Duncker & Humblot 2001 (Schriftenreihe der Hochschule Speyer 145); 192 S.; 49,- €; ISBN 3-428-10465-XZur Normalität staatlicher Entscheidungsprozesse in etlichen Politikbereichen zählt die förmliche Einbindung "privater" Akteure; diese Formen gesellschaftlicher Mitwirkungen - seien es Sachverständigengremien oder solche, die gesellschaftliche Gruppen repräsentieren - sind unter steuerungs- wie unter demokratietheoretischen Gesichtspunkten ein interessantes, aber keineswegs eindeutig zu lokalisierendes Phänomen. Seit Februar 1999 befasst sich ein am Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung bei der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer durchgeführtes Projekt mit der Rolle plural zusammengesetzter Gremien im Kontext von Vorbereitung und Übernahme staatlicher Entscheidungen. Projektbegleitend fand im April 2000 ein Symposium von Wissenschaftlern (mehrheitlich Juristen) und Gremienvertretern statt; die auf diese Tagung zurückgehenden Beiträge zeigen in erster Linie die facettenreiche Empirie des Gremienwesens, daneben werden jedoch auch grundsätzliche Fragen.
Inhalt: Karl-Peter Sommermann: Gremienwesen und Gemeinwohlverantwortung. Eine Einführung (9-15); Thomas Groß: Gremienwesen und demokratische Legitimation (17-33); Stefan Kleb: Diskussionsbericht (35-37); Rolf Bähr: Die Vergabekommission der Filmförderungsanstalt: Struktur und Dynamik des Entscheidungsprozesses (39-51); Stefan Kleb: Diskussionsbericht (53-54); Alexandra Unkelbach: "Die Vorbereitung und Übernahme staatlicher Entscheidungen durch plural zusammengesetzte Gremien": Bericht über ein laufendes Forschungsprojekt (55-68); Dieter Engels: Bundespersonalausschuss und weisungsfreier Raum (69-87); Elmar Döhler: Diskussionsbericht (89-94). Die Willensbildung in plural zusammengesetzten Gremien - Statements: Bettina Brockhorst: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (95-100); Erika Bokelmann: Die Ethik-Kommission bei der Landesärztekammer Hessen (101-104); Elisabeth Wind: Die Ethik-Kommission bei der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz (105-106); Anhang Ethik-Kommissionen: Rechtsgrundlagen (107-110); Martin Schenkel: Zur Kunst und Kultur der Kooperation in Enquete-Kommissionen (111-120); Angelika Köster-Loßack: Die Arbeit der Enquete-Kommission "So genannte Sekten und Psychogruppen" (121-125); Elmar Döhler: Diskussionsbericht (127-131); Klaus Grupp: Rechtsschutz gegen Gremienentscheidungen (133-150); Alexandra Unkelbach: Diskussionsbericht (151-156); Adolf Birkhofer: Was kann ein Beratungsgremium bewirken? Der Umgang der Exekutive mit Gremienentscheidungen (157-166). Die Rolle der Standardisierungsgremien im kooperativen Staat - Statements: Wolfgang Loschelder: Die Deutsche Lebensmittelbuchkommission (167-172); Volker M. Brennecke: Zur Rolle der umwelttechnischen Standardisierungsgremien des Deutschen Instituts für Normung (DIN) und des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) im kooperativen Staat (173-182); Alexandra Unkelbach: Diskussionsbericht (183-185); Karl Peter Sommermann / Alexandra Unkelbach: Fragenkatalog zur Errichtung von Gremien, welche der Einbeziehung Privater in staatliche Entscheidungen dienen (Gremien-Checkliste) (187-190).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.33 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Karl-Peter Sommermann (Hrsg.): Gremienwesen und staatliche Gemeinwohlverantwortung. Berlin: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15744-gremienwesen-und-staatliche-gemeinwohlverantwortung_17960, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17960
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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