/ 21.06.2013
Egon Krenz
Gefängnis-Notizen
Berlin: edition ost 2009; 238 S.; brosch., 14,90 €; ISBN 978-3-360-01801-4Egon Krenz wurde 1997 zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe wegen Totschlags an DDR-Flüchtlingen in vier Fällen verurteilt. Den Hintergrund der gerichtlichen Auseinandersetzung bildet der „Schießbefehl“ an der innerdeutschen Grenze. Nach Prüfung der Haftbeschwerde und Abweisung der Revision durch den Bundesgerichtshof saß Krenz bis 2003 in Haft. Die tagebuchartigen Artikel des Autors reflektieren nicht nur die Zeit des Prozesses und Gefängnisaufenthaltes, sondern stellen auch einen biografischen Rückblick und eine politische Erklärung dar. Dabei vermischt Krenz die historische Betrachtung zur DDR mit Kritik an der aktuellen Politik der Bundesrepublik und einer Diskussion um deren Rechtsstaatlichkeit aufgrund des gegen ihn ausgesprochenen Urteils. Die Intention einer Selbstrechtfertigung und Freisprechung von den gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen wird offenbar in dem Ansinnen, Kläger und Angeklagten zu vertauschen. Der Autor unterlegt die Verteidigungsschrift für seine Berufsbiografie und sein politisches Handeln nicht mit einer wissenschaftlichen Fragestellung. Dieses Buch richtet sich daher an Leser, die Interesse an dem persönlichen Lebensbericht und Rückblick von Krenz zu wesentlichen Fragen des DDR-Regimes haben.
Ellen Thümmler (ET)
Dr., Politikwissenschaftlerin, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 2.3 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Ellen Thümmler, Rezension zu: Egon Krenz: Gefängnis-Notizen Berlin: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30593-gefaengnis-notizen_36332, veröffentlicht am 05.05.2009.
Buch-Nr.: 36332
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Dr., Politikwissenschaftlerin, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, Technische Universität Chemnitz.
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