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/ 21.06.2013
Ulrich Teusch

Die Katastrophengesellschaft. Warum wir aus Schaden nicht klug werden

Zürich: Rotpunktverlag 2008; 229 S.; brosch., 19,80 €; ISBN 978-3-85869-367-9
„Warum wir aus Schaden nicht klug werden“ – diese Einschätzung im Untertitel ist keineswegs abwertend gemeint, auch lässt sich das Buch aufgrund des angenehm-ironischen Stils des Autors und der anschaulichen Beispiele ausgesprochen leicht und mit Genuss lesen – trotz des wenig erfreulichen Themas. Teusch vertritt die Ansicht, dass wir längst einen Point of no Return überschritten haben. Dies gilt nicht nur für die Umweltproblematik (Klima), sondern auch für die von uns entwickelten Technologien, die mittlerweile von einem dienstbaren Geist zu einem ständig neue Ressourcen fordernden, selbstreferentiellen System geworden sind. Darin, so Teusch, liegt denn auch das zentrale Problem: Wir könnten gar nicht mehr umkehren, selbst wenn wir es denn wollten. Am „Wollen“ scheitert es allerdings ebenfalls, was auch andere Katastrophen wie jene des 11. Septembers zeigen. Einsicht im Sinne der Erkenntnis, dass das eigene Handeln selbst die Ursache für eine bestimmte, katastrophale Entwicklung ist, fällt dem Menschen offenbar in vielen Bereichen sehr schwer. – Dies alles, auch das muss gesagt werden, sind nun keine wirklich neuen Erkenntnisse. Aber sie sind neu zusammengestellt und werden aus einer ungewöhnlichen Perspektive (einschließlich der Frage, was eigentlich Katastrophen sind) betrachtet, sodass die Lektüre lohnt. Gleichwohl, ein wissenschaftliches Werk ist es nicht, und soll es gewiss auch nicht sein.
Sven Leunig (SVL)
Dr., Politologe, Akademischer Rat, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.svenleunig.de).
Rubrizierung: 2.2 Empfohlene Zitierweise: Sven Leunig, Rezension zu: Ulrich Teusch: Die Katastrophengesellschaft. Zürich: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30131-die-katastrophengesellschaft_35721, veröffentlicht am 27.01.2009. Buch-Nr.: 35721 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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