/ 21.06.2013
Dieter Prokop
Der kulturindustrielle Machtkomplex. Neue kritische Kommunikationsforschung über Medien, Werbung und Politik
Köln: Herbert von Halem Verlag 2005; 222 S.; brosch., 24,- €; ISBN 978-3-938258-12-5Der emeritierte Professor für Soziologie und Medien kritisiert die Kommunikationsforschung. Sie beschränke sich darauf, Wissen für Manager und Spitzenpolitiker zur Verfügung zu stellen und sehe in den Medien „Arenen“, in denen sich Stars, Politiker und Marken zu „positionieren“ hätten. Dieses Zusammenspiel von Wirtschaft, Werbung, Politik und Gesellschaft finde in einem „kulturindustriellen Machtkomplex“ statt, dessen Akteure und Interessenlagen der Autor darstellt. Er zeigt, dass die an diesem Machtkomplex Beteiligten das gemeinsame Interesse haben, „die Menschen als von Stimmungen geleitete Wesen anzusehen und [...] in der Öffentlichkeit ausschließlich Gefühle bzw. Stimmungen zuzulassen und jene methodisch strikt vom Verstand abzutrennen“ (28). Die Beteiligten seien Anhänger des „heutigen konservativen (‚neoliberalen’, autoritären) Demokratie-Modells“ (181). Dagegen plädiert Prokop für eine kritische Kommunikationsforschung, die den Gesamtzusammenhang von Medien, Wirtschaft, Werbung und Politik untersucht. Sie sollte in eine soziale, tolerante Demokratie eingebettet sein. Das Ziel müsse die Schaffung einer „freiheitlichen Kulturindustrie sein, die demokratische Macht und darin Autonomie infrastrukturell und als Verfahren garantiert“ (202).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.22 | 2.2 | 2.333 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Dieter Prokop: Der kulturindustrielle Machtkomplex. Köln: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26359-der-kulturindustrielle-machtkomplex_30704, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30704
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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