Skip to main content
/ 12.06.2014
Marko Jakob

Der Einfluss von Interessenorganisationen auf die Gesetzgebung der ostdeutschen Länder am Beispiel des Sächsischen Landtages

München: Herbert Utz Verlag 2013 (Beiträge zur Politikwissenschaft 14); 301 S.; 45,- €; ISBN 978-3-8316-4248-9
Politikwiss. Diss. UniBW München. – Die Relevanz organisierter Interessen in Politikformulierungsprozessen ist unbestritten, gleichwohl hat die Politikwissenschaft es besonders hier mit einer kaum durchdringbaren Blackbox der Entscheidung zu tun. Vor diesem Problem steht auch Marko Jakobs Analyse eines speziellen Entscheidungsprozesses in einem der deutschen Länder: jener zum Sächsischen Ladenöffnungsgesetz vom März 2007. In dieser der Fragestellung nach – „Welchen Einfluss üben Interessenorganisationen auf die Gesetzgebung der neuen deutschen Länder aus?“ (67) – stark deskriptiv ausgerichteten Forschungsarbeit wird daher auch eher kategorial gearbeitet: Am Ende steht weniger eine Analyse der Gründe des Verbändeeinflusses auf das Gesetz als die Neuformulierung einer Typologie der Interessenvertretung. Nach einer sehr ausführlichen theoretischen Einführung, inklusive einer Skizzierung der rechtlichen Rahmenbedingungen des Verbändeeinflusses in Sachsen sowie einer ebenso überzeugenden Darstellung der verwendeten Methodik und deren quantitativer Anwendung, stellt der Verfasser die Funktionen und Ziele von Interessenorganisationen in Sachsen im Allgemeinen dar. Der empirische Teil über das konkrete Fallbeispiel nimmt dann nur noch ein gutes Drittel der Arbeit ein, was aber keineswegs problematisch ist. Etwas eigentümlich mutet an dieser gut erarbeiteten Dissertation allerdings an, dass zu Beginn die Wahl des Landes Sachsen als Fallbeispiel zwar damit begründet wird, dass sich die gegenwärtigen Möglichkeiten und Methoden der Interessenvertretung in den neuen Bundesländern von jenen im Westen unterscheiden. Es wird sogar davon gesprochen, dass die dort gefundenen Strukturen geradezu als „Modell für die Entwicklungen im übrigen Bundesgebiet betrachtet werden“ (15) können. Dazu wäre aber spätestens im Fazit ein Vergleich zwischen den Formen der Interessenvertretung in Ost und West sinnvoll gewesen, dieser bleibt aber bedauerlicherweise aus.
Sven Leunig (SVL)
Dr., Politologe, Akademischer Rat, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.svenleunig.de).
Rubrizierung: 2.3252.331 Empfohlene Zitierweise: Sven Leunig, Rezension zu: Marko Jakob: Der Einfluss von Interessenorganisationen auf die Gesetzgebung der ostdeutschen Länder am Beispiel des Sächsischen Landtages München: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/37190-der-einfluss-von-interessenorganisationen-auf-die-gesetzgebung-der-ostdeutschen-laender-am-beispiel-des-saechsischen-landtages_45739, veröffentlicht am 12.06.2014. Buch-Nr.: 45739 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA