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/ 17.06.2013
Ludwig Elm

Das verordnete Feindbild. Neue deutsche Geschichtsideologie und "antitotalitärer Konsens"

Köln: PapyRossa Verlag 2001; 171 S.; brosch., 15,20 €; ISBN 3-89438-218-X
Im Jahre 1992 nahm die erste von mehreren Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestags ihre Arbeit auf. Sie hatte die Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte der DDR zum Gegenstand und wurde von zahlreichen Veröffentlichungen begleitet. Dabei erfuhr jedoch die Geschichte der Bundesrepublik kaum jemals eine vergleichbare Diskussion und Aufarbeitung. Dieser Umgang mit der DDR-Vergangenheit sei beispiellos, so der Autor, selbst Obmann der PDS bei der Mitarbeit in einer der Enquete-Kommissionen, in seiner kritischen Analyse dieser Aufarbeitung. Es gebe "kaum einen vergleichbaren Fall, in dem politisches Wollen und ideologisches Formierungs- und Disziplinierungsstreben in Gesellschaftsanalyse, Geschichtsschreibung und Politikverständnis unmittelbar nach einem Umbruch mit einem solchen materiellen, personellen und intellektuellen Aufwand betrieben wurden" (8); wobei eine "geschichtsideologische Grundorientierung" festzustellen sei, "deren Hauptanliegen auf eine mehr oder weniger weitgehende Parallelisierung der DDR mit dem nationalsozialistischen Verbrecherstaat der Jahre 1933 bis 1945 hinausläuft" (10). Inhaltsübersicht: Staatsakte der Geschichtspolitik; Vergangenheitsbewältigung nach 1945 und nach 1990; "Diktaturenvergleich" als Kern des neuen deutschen Geschichtsbildes; Streit um Antifaschismus; Erinnern und Gedenken nach "zwei deutschen Diktaturen"; Die Frühgeschichte der Bundesrepublik.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Ludwig Elm: Das verordnete Feindbild. Köln: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15044-das-verordnete-feindbild_17083, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17083 Rezension drucken
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