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/ 20.06.2013
Roland Baader

Das Kapital am Pranger. Ein Kompaß durch den politischen Begriffsnebel

Gräfelfing: Resch Verlag 2005; 302 S.; 18,- €; ISBN 978-3-935197-45-8
Der Bundestagswahlkampf sei eine Schlacht mit nebeligen Wirtschaftsbegriffen gewesen, schreibt Baader und versucht Abhilfe zu schaffen. In vier Kapiteln erläutert er die Funktion und die Bedeutung des Kapitalismus, seine diversen Erscheinungsformen und das Verhältnis zur Politik. Die Kritik am Kapitalismus, wie etwa die von Franz Müntefering im Wahlkampf 2005, hält er zumeist für ungerechtfertigt. Immer dann, wenn die Politik versage, werde „das Kapital“ für die Probleme verantwortlich gemacht. Tatsächlich sei der Kapitalismus in seiner Idealform „eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in welcher es nur Privateigentum gibt und in welcher alle menschlichen Kooperationen und Interaktionen freiwillig geschehen und auf freiwillig geschlossenen Verträgen beruhen“ (39). Daraus ergibt sich für ihn, dass nicht der Markt amoralisch ist, sondern im Gegenteil: Das moralische Verhalten werde vom Markt belohnt. Eine Friedensordnung könne sich also nur entwickeln, wenn der Markt dominiere und nicht Politiker. In seiner Begeisterung für den Kapitalismus geht er sehr weit, wenn er behauptet: „Nur im Kapitalismus tragen diejenigen die Verluste, welche die Entscheidungen treffen.“ (288) Erinnert sei an die Entscheidungen von Vorständen in den Aktiengesellschaften, die an den Verlusten, die aus ihren Entscheidungen resultieren, nicht partizipieren.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.22.32.331 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Roland Baader: Das Kapital am Pranger. Gräfelfing: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24984-das-kapital-am-pranger_28888, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28888 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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