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/ 05.06.2013
Harald Knitter

Basisdemokratie und Medienelite. Die Parteiprominenz der GRÜNEN in der Presse

Münster: Lit 1998 (Studien zur Politikwissenschaft 88); 371 S.; 58,80 DM; ISBN 3-8258-3729-7
Politikwiss. Diss. Münster (Westf.); Gutachter: D. Thränhardt, N. Konegen. - Knitter untersucht den Gegensatz zwischen dem basisdemokratischen Anspruch der Grünen und der Konzentration der Medienberichterstattung auf einzelne prominente Vertreter der Partei. Der Autor stellt zunächst die politische Herkunft sowie das demokratische Selbstverständnis der Grünen dar. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, daß es der Partei von Anfang an an einer "theoretischen Untermauerung der basisdemokratischen Praxis" (80) fehlte. Zur theoretischen Fundierung und Einordnung seiner empirischen Arbeit erläutert Knitter des weiteren die "Wechselbeziehung von Politik und Medien" am Beispiel der Grünen. Die sich daran anschließende Studie beschränkt sich auf die Jahre 1983 bis 1995. Grundlage bilden die Pressedokumentationen des Bundestagsarchivs in Bonn, aus denen 71 Publikationen, überregionale Tages- und Wochenzeitungen, regionale Tageszeitungen sowie Illustrierte verwendet wurden. In den neuen Bundesländern erscheinende Periodika hat Knitter auf Grund der mangelnden Vergleichbarkeit nicht berücksichtigt. In einer Vorstudie untersucht er die Anfangsphase der ersten Bundestagsfraktion der Grünen. Anschließend folgen detaillierte Einzeluntersuchungen prominenter grüner Politiker: Petra Kelly, Otto Schily, Joschka Fischer, Antje Vollmer und Jutta Ditfurth. Der Autor bescheinigt den Grünen, daß sie "ihren Anspruch, eine egalitäre 'Anti-Prominenten'-Partei zu sein, zu keinem Zeitpunkt erfüllt" (345) haben. Inhaltsübersicht: B. Basisdemokratie: 3. Die Entstehung der GRÜNEN und ihres Demokratieverständnisses; 4. Die Elemente und Wurzeln des Demokratieverständnisses der GRÜNEN; 5. Basisdemokratische Parteistrukturen. C. Medien und Politik: 6. Die Mediendemokratie; 7. Die journalistischen Grundprinzipien; 8. Das Verhältnis der GRÜNEN zu den Medien; 9. Die Stellung von Presse und Fernsehen. D. Die Studie: 10. Presseresonanz der Bundestagsabgeordneten 1972-76; 11. Methodik der Vorgehensweise; 12. Die Anfangsphase; 13. Einzelbetrachtung der Prominenten; 14. Vergleich der Einzelstudien.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.3312.333 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Harald Knitter: Basisdemokratie und Medienelite. Münster: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7616-basisdemokratie-und-medienelite_10116, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 10116 Rezension drucken
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