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/ 18.06.2013
Gerald Hines

Armut - Pauperismus - Gewerkschaften. Die Praxis der deutschen Gewerkschaften, sich nicht mit der Armut zu beschäftigen

Leipzig: Akademische Verlagsanstalt 2002; 327 S.; 44,- €; ISBN 3-931982-26-2
Die sowohl soziologisch orientierte als auch politisch-polemisch intendierte Arbeit fragt nach Herkunft, Bedeutungswandel und aktueller Anwendbarkeit des Armutsbegriffes der deutschen Gewerkschaften. Ausgehend von der These, dass Armut „eine Lebenslage der permanenten Unsicherheit und Abhängigkeit von den Entscheidungen und der Willkür anderer Menschen ist" (71), interpretiert sie Hines als ein immanentes Problem des patriarchal-kapitalistischen Systems. Da sich die Gewerkschaften einseitig mit einem nur auf Lohnarbeit orientierten Arbeitsbegriff auf ihre Funktion als kapitalistische Ordnungsmacht reduzierten, gelänge es ihnen nicht, Armut angemessen zu erfassen. Der Autor zieht daraus den Schluss, dass sie kaum umhinkommen, sowohl die kapitalistische Ausbeutung im Allgemeinen als auch die repressiv-diskriminierende Politik gegenüber Erwerbslosen im Besonderen anzuerkennen.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 2.331 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Gerald Hines: Armut - Pauperismus - Gewerkschaften. Leipzig: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18409-armut---pauperismus---gewerkschaften_21318, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21318 Rezension drucken
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