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/ 21.06.2013
Andreas Rödder / Wolfgang Elz (Hrsg.)

Alte Werte – Neue Werte. Schlaglichter des Wertewandels

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2008; 200 S.; kart., 19,90 €; ISBN 978-3-525-36379-9
Rödder verweist in seinem einleitenden Beitrag auf die Ergebnisse des Allensbacher Meinungsforschungsinstituts und der Shell-Jugendstudien, die seit den neunziger Jahren einen Bedeutungszuwachs für Gemeinschafts- und Sicherheitswerte verzeichnen. Dies gilt insbesondere für einen sicheren Arbeitsplatz, feste Partnerschaften, familiäre Bindungen, Solidarität und Nächstenliebe. Wie fügen sich nun althergebrachte Werte wie Disziplin oder Religiosität in dieses neue Wertgefüge ein und was sind die zukünftigen Werte unserer Gesellschaft? In dem Band beantworten Experten diese und ähnliche Fragen aus einer geschichtswissenschaftlichen oder soziologischen Perspektive heraus. Der Band basiert auf den Beiträgen zur sogenannten Mainzer Reihe, einer neunteiligen Vortragsreihe, die im Herbst 2006 und im Frühjahr 2007 in Mainz veranstaltet wurde. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung einer historischen Tiefenschärfe bei gleichzeitigem aktuellem gesellschaftlichem Anspruch. Dazu wird zunächst der Wertewandel in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen untersucht. Bürgerliche Ideale werden mit den Werten der Arbeiterbewegung konfrontiert, die Werte der 68er-Generation und der Wert der Bildung an sich dargestellt. Auch das Spannungsfeld zwischen verschiedenen neuen Lebensformen und dem Idealbild der bürgerlichen Familie wird ausgelotet. Ferner wird auf religiöse und säkulare, auf nationalstaatliche und europäische, auf militärische und zivile Werte eingegangen. Bei der Analyse des Wertes der Menschenwürde wird deutlich, welche unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Vorstellungen auch konsensfähigen Begriffen zugrunde liegen können. Die Schlussdiskussion dieser Vortragsreihe bildete eine Debatte über die deutsche Leitkultur. Die Parteivorsitzende der Grünen, Claudia Roth, plädiert hierin für die Anerkennung kultureller Vielfalt und gegen eine deutsche Leitkultur. Hervorzuheben ist auch der Beitrag von Trutz von Trotha, indem er den Tod der bürgerlichen Familie heraufbeschwört.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.355.41 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Andreas Rödder / Wolfgang Elz (Hrsg.): Alte Werte – Neue Werte. Göttingen: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29357-alte-werte--neue-werte_34730, veröffentlicht am 20.08.2008. Buch-Nr.: 34730 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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