/ 20.06.2013
Ulrich van der Heyden
Zwischen Solidarität und Wirtschaftsinteressen. Die "geheimen" Beziehungen der DDR zum südafrikanischen Apartheidregime
Münster: Lit 2005 (Die DDR und die Dritte Welt 7); 181 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 978-3-8258-8796-4Entgegen immer wieder anders lautender Gerüchte habe die DDR seit Mitte/Ende der sechziger Jahre den allerdings schon 1958 international verhängten Boykott gegen das südafrikanische Apartheid-Regime eingehalten, schreibt van der Heyden als Ergebnis seiner Recherche. Allerdings sei dies der DDR nicht leicht gefallen, denn bis 1957 sei Südafrika das zweitbedeutendste afrikanische Import-Land für Waren „Made in GDR“ gewesen. Auch nach dem Ausruf des Boykotts hätten sich die DDR-Exporte auf relativ hohem Niveau weiterentwickelt. Dies sei für die DDR nicht unwichtig gewesen, habe man doch Devisen einnehmen wollen. Nachdem 1963 allerdings publik geworden sei, dass die DDR sogar Handfeuerwaffen (für die Jagd und nicht, wie erst angenommen, für militärische Zwecke) nach Südafrika lieferte, habe äußerer politischer Druck und die Sorge um die eigene Glaubwürdigkeit innerhalb der DDR-Führung für Diskussion gesorgt. In der Folge sei ein Handelsboykott gegenüber Südafrika beschlossen und nach Auslaufen der Verträge auch durchgesetzt worden. Da der Handel über Drittländer aber nicht ausdrücklich ausgeschlossen worden sei, schreibt der Autor, seien in Südafrika noch eine ganze Zeit Fahrzeuge der Marke „Wartburg“ umhergefahren.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.22 | 2.314 | 2.67
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Ulrich van der Heyden: Zwischen Solidarität und Wirtschaftsinteressen. Münster: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25371-zwischen-solidaritaet-und-wirtschaftsinteressen_29403, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29403
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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