Skip to main content
/ 05.06.2013
Ray Moseley

Zwischen Hitler und Mussolini. Das Doppelleben des Grafen Ciano. Aus dem Amerikanischen von Angelika Beck

Berlin: Henschel 1998; 318 S.; geb., 48,- DM; ISBN 3-89487-311-6
Graf Ciano gehört zweifellos zu den schillernden Figuren des Faschismus. Der Vater ist Admiral, wird in den zwanziger Jahren geadelt, ist aber vor allem getreuer Gefolgsmann des Duce. Ciano, der künftige Außenminister Mussolinis, studiert Jura, geht dann in den diplomatischen Dienst, jedoch ohne sonderliche Neigung. Seine Karriere gestaltet sich schon bald nach seinem Dienstantritt positiv, als er Edda kennenlernt, die Tochter des Duce. Ciano ist der willkommene Schwiegersohn, wächst sehr schnell in den Machtapparat hinein, sorgt allerdings zunächst weniger politisch für Schlagzeilen als gesellschaftlich, denn seine Frauenaffären werden in der Regenbogenpresse auch weiterhin ausgebreitet. Für Moseley ist Ciano einerseits Hauptschuldiger des Faschismus, aber andererseits auch ein zwiespältiger Politiker, der vor allem versuchte, Italien aus dem Krieg herauszuhalten, und als dieses nicht mehr zu verhindern war, die Bindungen zu Hitler-Deutschland möglichst offen zu gestalten. Mit dem Sturz des Duce, den er zunächst blind verehrt hatte, war Ciano ebenfalls gefährdet, weniger durch seine Landsleute als vielmehr durch den deutschen Bündnispartner, der den ehemaligen Außenminister schließlich auch im Januar 1944 hinrichten ließ, um einen gefährlichen Mitwisser zum Schweigen zu bringen. Moseley ist Europa-Reporter der Chicago Tribune.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.612.312 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Ray Moseley: Zwischen Hitler und Mussolini. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6515-zwischen-hitler-und-mussolini_8832, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8832 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA