/ 21.06.2013
Herbert Girardet (Hrsg.)
Zukunft ist möglich. Wege aus dem Klima-Chaos. Mit einem Vorwort von Jakob von Uexküll. Aus dem Englischen und Amerikanischen von Hans-Joachim Maass
Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 2007; 360 S.; hardc., 22,- €; ISBN 978-3-434-50606-5Mit dem Buch wird eine Reihe eröffnet, die grundlegende Menschheitsfragen im Sinne der Tätigkeit des Weltzukunftsrates als „Lobby für zukünftige Generationen“ thematisieren soll. Dass dabei nicht um den heißen Brei herumgeredet wird, macht der Herausgeber schon in seiner mit „Zukunft – welche Zukunft?“ (15) überschriebenen Einleitung klar. Ross Gelbspan liefert danach eine schneidende Kritik der traurigen Rolle US-amerikanischer Medien bei der Berichterstattung über Klimapolitik. Aber selbst er sieht in der Klimakrise auch das Potenzial zum Wandel. In dessen Zentrum stellt er regenerative Energien, sowie radikale Änderungen bei der Steuer- und Subventionspolitik. Auch Herrmann Scheer zeigt, dass die Umstellung auf regenerative Energie technisch machbar und auch finanziell tragbar ist. Einen anderen Aspekt betont der Herausgeber in seinem Beitrag: Der Trend zu immer größeren Städten sei unumkehrbar. Es müssten aber Anstrengungen unternommen werden, ihren enormen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. „Es wird immer klarer, dass es eine nachhaltige Entwicklung ohne eine nachhaltige Stadtentwicklung nicht geben kann.“ (211) Dem Ziel der Nachhaltigkeit sollen auch Konzepte wie Öko-Effektivität und die Umorganisation der industriellen Produktionsweise im Sinne der regenerativen, zirkulären Produktivität der Natur dienen. Eine grundlegende Voraussetzung dafür sieht Stewart Wallis in einem gerechteren Welthandelssystem. Das gegenwärtige sei von struktureller Ungleichheit geprägt, die Armut und Umweltzerstörung bewirke. Wallis fordert einen nachhaltigen Handel, der u. a. ein „radikales Umdenken bezüglich des Eigentums und der Vermarktung der ‚natürlichen Ressourcen’“ (269) umfasst. Frances Moore Lappé, die wie Hermann Scheer Mitglied des Weltzukunftsrates ist, geht sogar noch einen großen Schritt weiter und setzt sich für eine neue, aktivere Form von Demokratie ein, die mehr Menschen echte Partizipation ermöglichen und die scheinbar unauflösbare Verbindung mit dem Konzept der Marktwirtschaft aufbrechen soll. Sie nennt dies „gelebte Demokratie“.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.45 | 4.43 | 2.2 | 2.21 | 2.261 | 2.262 | 2.263 | 2.65
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Herbert Girardet (Hrsg.): Zukunft ist möglich. Hamburg: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27451-zukunft-ist-moeglich_32165, veröffentlicht am 16.08.2007.
Buch-Nr.: 32165
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M. A., Politikwissenschaftler.
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