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/ 20.06.2013
Thomas Ernst / Bettina Bock von Wülfingen / Stefan Borrmann / Christian P. Gudehus (Hrsg.)

Wissenschaft und Macht

Münster: Westfälisches Dampfboot 2004; 340 S.; 29,80 €; ISBN 3-89691-581-9
Das Buch dokumentiert die jährliche Tagung der Doktoranden der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Juni 2003 zum genannten Thema. Die Teilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen - von den Natur- über die Sprach- bis hin zu den Sozialwissenschaften. Dementsprechend breit ist auch das thematische Spektrum und der disziplinäre Zugang der Beiträge. Die teilweise recht kurzen Texte stehen eher unverbunden nebeneinander und haben keinen gemeinsamen Bezugspunkt; allerdings wurden vier Schwerpunkte gebildet: Grundlagen wissenschaftlicher Selbstreflexion (im Sinne des Objektivitäts- und Neutralitätsanspruches); der Wissenschaftsbetrieb; die gesellschaftliche Verwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und die aktuellen Bildungsreformen vor dem Hintergrund der politischen und ökonomischen Zwänge beziehungsweise Veränderungen. Aus dem Inhalt: I. Grundlagen wissenschaftlicher Selbstreflexion Helmut Heit: ‚Über den Wolken...’ Zur Aktualität der Aristophanischen Wissenschaftskritik (24-41) Kerstin Palm: Disziplinen-Trouble. Oder: Vorschläge der Gender-Studies für eine Wissenschafts- und Machtkritik (42-57) Siegfried Jäger: Zum Objektivitätsanspruch der Naturwissenschaften aus diskursanalytischer Sicht (58-64) Oliver Geden: Wissenschaft als Politikersatz? Über blinde Flecken und unintendierte Nebenfolgen der qualitativ-empirischen Beforschung marginalisierter Lebenswelten (77-85) Tobias Erzmann: Der Paradigmenbegriff im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Macht - Aspekte aus erziehungswissenschaftlicher Sicht (86-98) Stefan Borrmann: Machtaspekte bei der Entwicklung ethischer Standards für die Soziale Arbeit mit rechten Jugendcliquen (99-114) II. Im Betrieb der Wissenschaft Steffani Engler: „Aufsteigen oder Aussteigen“. Soziale Bedingungen von Karrieren in der Wissenschaft (116-130) Christine Schreiber: Karriereknick. Gregory Pincus und die Vorgeschichte der In-vitro-Fertilisation (131-142) Christian Forstner: Wissenschaftliche Theorien im Kontext politischer und innerwissenschaftlicher Macht. David J. Bohms (1917-1992) Interpretationen der Quantenmechanik (143-158) Thomas Gondermann: Herbert Spencers ‚The Study of Sociology’: Die Beziehung von sozialer Theoriebildung und biologischer Differenzbegründung (159-172) III. Wissenschaft und gesellschaftliche Praxis Rüdiger Loeffelmeier: Staatliche Macht und Schule - Zur Indienstnahme der Schule in unterschiedlichen politischen Systemen in Deutschland (190-204) Jan Schneider: Politikberatung und Regierungsmacht - über ‚Re-Etatisierung’ zum ‚Neo-Dezisionismus’? Wandel von Expertise und Entscheidungsvorbereitung im deutschen Regierungssystem (205-226) Oliver von Wrochem: Indikatoren Wehrmachtsausstellungen: Überlegungen zum Verhältnis von Geschichtspolitik, Wissenschaft und Öffentlichkeit (227-237) IV. Wissen zwischen Wirtschaft und Politik Alex Demirović: Gouvernementalität und kognitiver Kapitalismus. Gesellschaftstheoretische Bemerkungen zur Immanenz des Wissens (250-263) Morus Markard: ‚Politisches Mandat’ und wissenschaftliches Studium im Neoliberalismus. Bedeutungsanalytische Überlegungen (264-280) Bettina Kremberg: Was kostet Bildung? Ein Appell zur Neuorientierung (290-305) Michael Brodowski: Die Gefahr kognitiven Drop Outs von AkteurInnen an Hochschulen als mögliche Folge einer Präferenz struktureller Aspekte beim Umbau des Hochschulraums (315-332)
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.25.422.263 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Thomas Ernst / Bettina Bock von Wülfingen / Stefan Borrmann / Christian P. Gudehus (Hrsg.): Wissenschaft und Macht Münster: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22621-wissenschaft-und-macht_25809, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25809 Rezension drucken
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