Skip to main content
/ 20.06.2013
Claus-E. Bärsch / Peter Berghoff / Reinhard Sonnenschmidt (Hrsg.)

"Wer Religion verkennt, erkennt Politik nicht" Perspektiven der Religionspolitologie

Würzburg: Königshausen & Neumann 2005; 280 S.; brosch., 29,80 €; ISBN 3-8260-2843-0
Der von Bärsch geprägte Begriff der Religionspolitologie steht für einen noch zu etablierenden Bereich der Politikwissenschaften. Die regelmäßig postulierte „Rückkehr der Religionen“ (Riesebrodt) und die Zusammenhänge von Politik und Religion in Konflikten etwa bei der Integration islamischer Migranten oder in der Auseinandersetzung mit islamistischem Terrorismus verdeutlichen die Aktualität dieser mittlerweile an der Universität Duisburg-Essen institutionalisierten Verbindung von Politikwissenschaft und Religionslehre. Der Sammelband besteht aus Beiträgen der Mitglieder dieses Instituts. Die Autoren widmen sich den grundlegenden Schnittstellen und wechselseitigen Einflüssen von Politik und Religion. Grundsätzlich geht es der religionspolitischen Forschung nach Bärsch vor allem darum, zu erkennen, wie Menschen sich und die Gesellschaft aufgrund „religiöser Existenzinterpretationen“ (35) wahrnehmen. Religiöse Sinnfragen zählen hiernach bereits zur Sphäre des Politischen. Die Beiträge decken ein relativ breites Themenspektrum der Religionspolitologie ab; der Sammelband lässt aber Beiträge zum religiös motivierten Terrorismus vermissen, Probleme des heutigen Islamismus werden nur in einem Beitrag zur Türkei diskutiert. Aus dem Inhalt: Claus-E. Bärsch: Zweck und Inhalte der Religionspolitologie (10-50) I. Mensch und Bewusstsein Peter Krumpholz: Verkörperung der Götter und Vergottung des Körpers. Zur religionspolitischen Bedeutung der Gottesvorstellung und Körperbewußtsein (51-77) Andreas Dordel: Psychologie als Religionsersatz: Heilsideologische Existenzdeutungen moderner „Psychologien des Selbst“ (78-96) Andrea Ullrich: Das Versprechen des magischen Bewusstseins: Esoterische Selbst- und Weltdeutungen in der Moderne (97-117) Ursula Berretz: Geschlechterverhältnis, Religion und politisches Bewußtsein: methexis und metaxy in Platons Symposion (118-139) II. Gesellschaft und Sinn Peter Berghoff: Politodizee, oder: Die verfehlte Politologie des Bösen in der Moderne (140-158) Marc Schlette: Corporate Philosophy und Corporate Religion. Politische Implikationen und Spuren des Religiösen in sogenannter Unternehmens- und Managementphilosophie (159-184) Gülten Hammelstein-Eroglu: Die Herausforderungen des Islamismus und Laizismus in der Türkei (185-203) Detlef Bauszus: Novus Ordo Seclorum. Zur Genesis der religiösen Fundamente der amerikanischen Republik (204-217) III. Geschichte und Freiheit Nicole Schlette: „Die Utopie ist das Groteske in Rosa ...“ Die politischen Implikationen der Utopiekritik E. M. Ciorans (218-235) Reinhard W. Sonnenschmidt: Aus der Fremde in die Heimat? Zur Problematik gnostischer Erlösungsvorstellungen (236-253) Dirk Ansorge: Der Horizont der Freiheit. Säkularisierung als theologisches Postulat (254-277)
Dirk Burmester (DB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
Rubrizierung: 2.232.632.645.42 Empfohlene Zitierweise: Dirk Burmester, Rezension zu: Claus-E. Bärsch / Peter Berghoff / Reinhard Sonnenschmidt (Hrsg.): "Wer Religion verkennt, erkennt Politik nicht" Würzburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22612-wer-religion-verkennt-erkennt-politik-nicht_25797, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25797 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA