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/ 11.06.2013
Martin Sabrow (Hrsg.)

Verwaltete Vergangenheit. Geschichtskultur und Herrschaftslegitimation in der DDR

Leipzig: Akademische Verlagsanstalt 1997 (Geschichtswissenschaft und Geschichtskultur im 20. Jahrhundert 1); 342 S.; brosch., 39,- DM; ISBN 3-931982-02-5
"Geschichtswissenschaft und Geschichtskultur im 20. Jahrhundert" lautet der Titel der Reihe, die mit diesem Band offenbar eröffnet wird. Ziel des Unternehmens ist es, den Ort der Geschichtswissenschaft neu zu bestimmen, nachdem mittlerweile auch "andere Aneignungsformen von Geschichte" (I) aus dem politischen, kulturellen und lebensweltlichen Bereich in Konkurrenz zur wissenschaftlichen Historiographie getreten sind. Der vorliegende Band befasst sich mit dem Geschichtsverständnis in der Diktatur: dem Zusammenhang zwischen Geschichtsverständnis und Legitimation eines Systems, das auch die Geschichte fälschen musste, um sich am Leben erhalten zu können. Inhalt: Martin Sabrow: Geschichtskultur und Herrschaftslegitimation. Der Fall DDR (7-15). I. Der Diskurs der Fachhistoriographie: Konrad H. Jarausch: Die DDR-Geschichtswissenschaft als Meta-Erzählung (19-34); Martin Sabrow: Der staatssozialistische Geschichtsdiskurs im Spiegel seiner Gutachtenpraxis (35-65); Matthias Middell: Wissenschaftliche Schulen in der Historiographie der DDR? (67-115); Beatrice Vierneisel: Das Erinnerungsarchiv. Lebenszeugnisse als Quellengruppe im Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (117-144); Edgar Wolfrum: Die Preußen-Renaissance: Geschichtspolitik im deutsch-deutschen Konflikt (145-166). II. Vergangenheitsbilder in Film und Rundfunk: Günter Agde: "Mitleid mit den Mördern"? Das Beil von Wandsbek als Film- und Bühnenstoff (169-183); Thomas Heimann: "Lehren aus der deutschen Geschichte": Wahrheitstreue und Propaganda im DEFA-Dokumentarfilm Du und mancher Kamerad (185-215); Joshua Feinstein: Spur der Steine. Zum Verhältnis von Gegenwart und Geschichte im DEFA-Spielfilm der sechziger Jahre (217-236); Christoph Classen: "Guten Abend und Auf Wiederhören". Faschismus und Antifaschismus in Hörfunkkommentaren der frühen DDR (237-255). III. Historische Sujets in Kunst und Literatur: Simone Barck: Zeugnis ablegen. Zum frühen Antifaschismus-Diskurs am Beispiel des VVN-Verlags (259-291); Tanja Frank: Die Macht der Erinnerung und die Kraft der Bilder. Werner Tübkes Lebenserinnerungen des Dr. jur. Schulze (293-323); Thomas Kramer: Geschichte im Comic: Die 'sozialistische Bilderzeitschrift' Mosaik (325-339).
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.314 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Martin Sabrow (Hrsg.): Verwaltete Vergangenheit. Leipzig: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10862-verwaltete-vergangenheit_12844, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12844 Rezension drucken
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