/ 04.06.2013
Gerhard Lindemann
"Typisch jüdisch" Die Stellung der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers zu Antijudaismus, Judenfeindschaft und Antisemitismus 1919-1949
Berlin: Duncker & Humblot 1998 (Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung 63); 1.037 S.; 138,- DM; ISBN 3-428-09312-7Theolog. Diss. Heidelberg; Erstgutachter: G. Besier. –Detaillierte regionalhistorische Untersuchung mit der Fragestellung, welche Rolle die evangelische Landeskirche Hannover beim aufkommenden und später offen ausbrechenden Antisemitismus der Weimarer Republik und im Nazi-Deutschland spielte. Aufgezeigt wird ihre generell positive Haltung zum Nationalsozialismus. Lindemann weist nach, wie sich die innerkirchliche Lage der Christen jüdischer Herkunft parallel zur jeweiligen Verschärfung der Judenverfolgung verschlechterte, aber auch, wie sich einzelne widersetzten. Die Untersuchung bietet nicht zuletzt reichlich Material für die durch die Goldhagen-Diskussion neu angestoßene Antisemitismusforschung.
Inhaltsübersicht: 1. Judenfeindschaft und Antisemitismus in der Weimarer Republik und die hannoversche Landeskirche; 2. Reaktionen der Landeskirche und einzelner Christen auf Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung der Juden im NS-Staat und sich aus dem Staatsantisemitismus ergebende Angriffe auf Grundlagen des christlichen Glaubens und kirchlicher Ordnung; 3. Nach dem 8. Mai 1945 – das Erbe der NS-Zeit und die hannoversche Landeskirche.
Stefan Lembke (SL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.312 | 2.311 | 2.35 | 2.325
Empfohlene Zitierweise: Stefan Lembke, Rezension zu: Gerhard Lindemann: "Typisch jüdisch" Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5902-typisch-juedisch_7727, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 7727
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M. A., Politikwissenschaftler.
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