/ 21.06.2013
Ivan Ivanji
Titos Dolmetscher. Als Literat am Pulsschlag der Politik
Wien: Promedia 2007; 206 S.; 15,90 €; ISBN 978-3-85371-272-6Auf ein deutsches (und österreichisches) Publikum zugeschnitten, plaudert der Literat Ivanji von seinem Gastspiel in der Diplomatie: Einige Jahre dolmetschte er für seinen jugoslawischen Staatschef Tito – der allerdings selbst sehr gut deutsch sprach und vor allem aber zu offiziellen Anlässen Wert darauf legte, in seiner eigenen Sprache zu sprechen. Ivanji blendet ausdrücklich die politischen Inhalte der Gespräche Titos unter anderem mit Brandt, Wehner, Ulbricht und Kreisky aus und schildert die Politiker als Menschen, die durchaus auch einmal schlechte Laune hatten und wie Wehner über Jahre nachtragend sein konnten, weil Ivanji ihn einmal als „Apparatschik“ (42) bezeichnet hatte. Tito selbst kannte beispielsweise Wehner und Ulbricht aus der gemeinsamen Zeit als Exilanten im Moskau, erfährt der Leser. Insgesamt sind die persönlichen Erinnerungen als Jugoslawien-Tito-Nostalgiebuch abgefasst. Ivanji, der dreisprachig aufwuchs (deutsch, ungarisch, serbokroatisch) und als Jugendlicher in deutschen Konzentrationslagern eingesperrt war, bekennt, unter Tito die beste Zeit seines Lebens gehabt zu haben.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.1 | 2.61 | 2.4 | 4.22 | 4.21 | 2.313 | 2.314
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Ivan Ivanji: Titos Dolmetscher. Wien: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28168-titos-dolmetscher_33119, veröffentlicht am 01.04.2008.
Buch-Nr.: 33119
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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