/ 18.06.2013
Martina Bätzel
Studienfinanzierung im Sozialstaat. Eine Konzeption im Lichte der Gestaltungsprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft
Berlin: Duncker & Humblot 2003; XIX, 456 S.; 84,- €; ISBN 3-428-10842-6Wirtschaftswiss. Diss. Mainz; Gutachter: W. Zohlnhöfer. - Sollte der Hochschulsektor allein dem Markt überlassen werden, wie in der aktuellen Debatte um die Bildungsfinanzierung häufig gefordert wird, oder bedarf es eines gesellschaftlichen Korrektivs? Die Untersuchung präsentiert den Entwurf eines Gesamtkonzepts für die Studienfinanzierung in Deutschland, orientiert an den grundlegenden Gestaltungsprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft: dem Grundsatz der Marktsteuerung mit dem Prinzip des sozialen Ausgleichs. Als theoretische Grundlage dienen dabei die Bildungsökonomie, vor allem die Humankapitaltheorie, und die Theorie des Marktversagens. Unter Betonung der Entscheidungsfreiheit und Eigenverantwortung der Studierenden als Bildungsnachfrager einerseits und der Hochschulen als Bildungsanbieter andererseits setzt das Konzept zwar auf eine anteilige staatliche Beteiligung an den Kosten der Hochschulbildung, die deren Doppelcharakter als Investitionsgut und Konsumgut Rechnung trage, betont aber vor allem die Notwendigkeit einer an den tatsächlichen Kosten des Studiums orientierten Eigenbeteiligung der Studierenden. Kernelement bei der Einführung des Preismechanismus als Koordinationsinstrument für den Hochschulbereich ist dabei die autonome Festsetzung der Entgelte durch die Hochschulen. Staatlich administrierte Studiengebühren oder auch die Einführung einer Akademikersteuer schließe ein am Markt orientiertes System hingegen aus.
Aus dem Inhalt: B. Die Rolle des Staates im Hochschulbereich: I. Eigenschaften des Gutes (Hochschul-)Bildung; II. Der Markt als Ordnungsprinzip des Bildungsbereichs; III. Marktversagen im Bildungsbereich; IV. Alternativen staatlichen Handelns. C. Instrumente der Studienfinanzierung: I. Ordnungspolitische Bewertung theoretischer Alternativen; II. Existierende Hochschulfinanzierungssysteme - Ein internationaler Vergleich: 1. Deutschland; 3. Australien/Neuseeland; 4. Niederlande. D. Schlußfolgerungen für die Hochschulpolitik in der Sozialen Marktwirtschaft.
Tanja Pritzlaff (TP)
Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
Rubrizierung: 2.343
Empfohlene Zitierweise: Tanja Pritzlaff, Rezension zu: Martina Bätzel: Studienfinanzierung im Sozialstaat. Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19564-studienfinanzierung-im-sozialstaat_22759, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22759
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Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
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