Skip to main content
/ 21.06.2013
Michael Scholz

Staatliches Selbstverteidigungsrecht gegen terroristische Gewalt

Berlin: Duncker & Humblot 2006 (Schriften zum Völkerrecht 165); 206 S.; brosch., 68,- €; ISBN 978-3-428-12180-9
Rechtswiss. Diss. Bonn; Gutachter: Ch. Hillgruber, U. Di Fabio. – Nach herkömmlicher völkerrechtlicher Auslegung stehen Staaten nur dann Selbstverteidigungsbefugnisse gegen Bedrohungen durch nicht-staatliche Akteure zur Verfügung, wenn diese einem anderen Staat zurechenbar sind. Der Autor fragt, ob das Völkerrecht offen ist für eine Auslegung, wonach den durch terroristische Aktivitäten betroffenen Staaten dieselben Rechte eingeräumt werden wie bei staatlichen Angriffen – und zwar sowohl auf fremden Hoheitsgebiet als auch auf hoheitsfreiem Territorium und auf eigenem Staatsgebiet. Scholz setzt sich zunächst allgemein mit der Zurechnungsdogmatik und den völkerrechtlichen Grundsatzfragen zum Selbstverteidigungsrecht auseinander. Den Schwerpunkt der Arbeit bildet dann die Textauslegung von Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen. Hieraus und aus der Betrachtung der jüngeren Staatenpraxis folgert Scholz, „dass auf das Erfordernis der staatlichen Zurechenbarkeit für die Aktivierung des Selbstverteidigungsrechts gegen Private verzichtet werden kann.“ (184) Darüber hinaus gelangt der Autor zu differenzierten Voraussetzungen und Einschränkungen des Selbstverteidigungsrechts gegen den internationalen Terrorismus.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.14.41 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Michael Scholz: Staatliches Selbstverteidigungsrecht gegen terroristische Gewalt Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27101-staatliches-selbstverteidigungsrecht-gegen-terroristische-gewalt_31645, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 31645 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA