Skip to main content
/ 22.06.2013
Eckhard Deutscher / Hartmut Ihne (Hrsg.)

Simplizistische Lösungen verbieten sich. Zur internationalen Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert. Festschrift zu Ehren von Uwe Holtz

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (Internationale Schriften der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg 1); 347 S.; 49,- €; ISBN 978-3-8329-5382-9
Der Titel ist ein Zitat von Uwe Holtz, mit dem er bereits vor dreißig Jahren auf die Komplexität und die vielfältigen Interdependenzen der Entwicklungspolitik hingewiesen hatte. Als Vorsitzender des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit im Zeitraum von 1974 bis 1994, als Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bonn und Mitbegründer des dortigen Zentrums für Entwicklungsforschung hat er sich als Politiker und Wissenschaftler mit den Herausforderungen, Zielen und unterschiedlichen Paradigmen der internationalen Zusammenarbeit auseinandergesetzt. Diese Verbindung von Wissenschaft und Praxis findet sich auch in diesem Band wieder. Autoren aus Entwicklungspolitik und -forschung erörtern in relativ kurzen Beiträgen aktuelle Problemlagen, analysieren Zusammenhänge von Armut, Bildung, Unterentwicklung, Migration, Finanzkrise und Ressourcenkonflikten oder beschreiben Erfolge und Defizite entwicklungspolitischer Strategien. Insbesondere das Paradigma der Good Governance wird in mehreren Beiträgen thematisiert. So zeigen etwa Tobias Debiel und Birgit Pech in ihrer kritischen Betrachtung der Korruptionsbekämpfung als Teilaspekt dieser Leitidee: „Dem Ziel von Good Governance nähert man sich über realistische Zwischenschritte des Less Bad Governance.“ (67) Franz Nuscheler umreißt die Entwicklungsgeschichte dieses 1989 von der Weltbank eingeführten entwicklungspolitischen Credos und den in der Folge darum entstandenen Diskurs. Zwar stelle Good Governance ein erstrebenswertes Leitbild dar, so Nuscheler, doch sei Skepsis angebracht, dass „die Entwicklungspolitik von außen etwas bewirken kann, was nicht von internen Reformbewegungen angestoßen und erkämpft wird“ (131). Diese zu stärken sei wichtiger, „als für korrupte Eliten [...] das Füllhorn auszuschütten.“ (132) Einen regionalen Schwerpunkt nimmt Afrika ein. Die Armut auf diesem Kontinent, schreibt Winfried Pinger, könne nur durch eine ernsthafte Hilfe zur Selbsthilfe überwunden werden und die, so seine Kritik, habe es in der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit nie gegeben.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.444.422.672.262.344.213.21.3 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Eckhard Deutscher / Hartmut Ihne (Hrsg.): Simplizistische Lösungen verbieten sich. Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32339-simplizistische-loesungen-verbieten-sich_38586, veröffentlicht am 08.07.2010. Buch-Nr.: 38586 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA