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/ 18.06.2013
Thomas Schaarschmidt

Regionalkultur und Diktatur. Sächsische Heimatbewegung und Heimat-Propaganda im Dritten Reich und in der SBZ/DDR

Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag 2004 (Geschichte und Politik in Sachsen 19); XV, 574 S.; geb., 59,90 €; ISBN 3-412-18002-5
Geschichtswiss. Habilitationsschrift Leipzig; Gutachter: G. Heydemann. - Die Entwicklung und Instrumentalisierung der sächsischen Heimatbewegung zwischen 1933 und 1949 ist das Thema der umfangreichen Studie. Damit steht sie in einer Reihe von Arbeiten zum Vergleich der beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Sowohl im Dritten Reich als auch in der SBZ/DDR wurde die Heimatbewegung in den Staat integriert. Die Integration in den NS-Staat verlief aufgrund einer gewissen kulturellen Affinität reibungsloser als es in der SBZ der Fall war. Der Begriff „Heimat" wurde in beiden Systemen zum Anknüpfungspunkt für die jeweiligen ideologischen Leitvorstellungen - hier die „NS-Volksgemeinschaft", dort die sozialistische Heimat der werktätigen Bevölkerung. Die Instrumentalisierung des Heimat-Begriffes diente der Legitimation politischer Ziele und sollte zu persönlichem Engagement verpflichten. In beiden politischen Systemen blieben den Vereinen der sächsischen Heimatbewegung beträchtliche Freiräume, die jedoch gerade nicht zu politischem Widerstand führten. Vielmehr lautet die These Schaarschmidts, dass die Integration dieser gesellschaftlichen Akteure gerade durch die Gewährung eigentlich systemwidriger, taktisch motivierter Freiräume erleichtert wurde.
Sebastian Lasch (LA)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.314 Empfohlene Zitierweise: Sebastian Lasch, Rezension zu: Thomas Schaarschmidt: Regionalkultur und Diktatur. Köln/Weimar/Wien: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18806-regionalkultur-und-diktatur_21818, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21818 Rezension drucken
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