/ 05.06.2013
Dieter Hüning / Burkhard Tuschling (Hrsg.)
Recht, Staat und Völkerrecht bei Immanuel Kant. Marburger Tagung zu Kants 'Metaphysischen Anfangsgründen der Rechtslehre'
Berlin: Duncker & Humblot 1998 (Schriften zur Rechtstheorie 186); 333 S.; 128,- DM; ISBN 3-428-09602-9In den Beiträgen des Bandes wird gemäß dem Motto der Marburger Tagung versucht, die Fruchtbarkeit der lange Zeit eher skeptisch beurteilten Spätschrift Kants zu verdeutlichen. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Aktualität von Kants Gedanken, deren Analyse sich aber keinesfalls nur auf die "Metaphysische[n] Anfangsgründe der Rechtslehre" beschränkt, sondern diese vielmehr in weitere Schriften Kants einbettet. Es sind außerordentlich lesenswerte Beiträge entstanden, die einige der klassischen Motive und Fragestellungen von Kants Rechts- und Staatsphilosophie thematisieren.
Inhalt: I. Die Grundlagen der Kantischen Rechts- und Geschichtsphilosophie: Philip J. Rossi S. J.: Critical Persuasion: Argument and Coercion in Kant's Account of Politics (13-33); Allen Wood: Ungesellige Geselligkeit: Die anthropologischen Grundlagen der kantischen Ethik (35-52); Dieter Hüning: Von der Tugend der Gerechtigkeit zum Begriff der Rechtsordnung: Zur rechtsphilosophischen Bedeutung des suum cuique tribuere bei Hobbes und Kant (53-84); Burkhard Tuschling: Die Idee des Rechts: Hobbes und Kant (85-117). II. Probleme des Kantischen Privatrechts: Jeffrey Edwards: Disjunktiv- und kollektiv-allgemeiner Besitz: Überlegungen zu Kants Theorie der ursprünglichen Erwerbung (121-139); Hans Friedrich Fulda: Zur Systematik des Privatrechts in Kants Metaphysik der Sitten (141-156); Davor Rodin: Der Lebenssinn der Unterscheidung von possessio noumenon und possessio phaenomenon bei Kant (157-167). III. Kants Theorie des Staats- und Völkerrechts: Kenneth R. Westphal: Metaphysische und pragmatische Prinzipien in Kants Lehre von der Gehorsamspflicht gegen den Staat (171-202); Olaf Asbach: Internationaler Naturzustand und Ewiger Friede. Die Begründung einer rechtlichen Ordnung zwischen Staaten bei Rousseau und Kant (203-232); Otfried Höffe: Kant als Theoretiker der internationalen Rechtsgemeinschaft (233-246); Hans-Christian Lucas: "[...] eine Aufgabe, die nach und nach aufgelöst, ihrem Ziel beständig näher kommt". Geschichte, Krieg und Frieden bei Kant und Hegel (247-269). IV. Kant und die politische Philosophie des 20. Jahrhunderts: Paul Guyer: Life, Liberty and Property: Rawls and the Reconstruction of Kant's Political Philosophy (273-291); Franz Hespe: Der Gesellschaftsvertrag: Rechtliches Gebot oder rationale Wahl (293-320); Hans-Dieter Klein: Versuch einer Theorie des Rechts im Ausgang von Kant (321-332).
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Dieter Hüning / Burkhard Tuschling (Hrsg.): Recht, Staat und Völkerrecht bei Immanuel Kant. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8671-recht-staat-und-voelkerrecht-bei-immanuel-kant_11405, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11405
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Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
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