/ 18.06.2013
Susanne Angerhausen
Radikaler Organisationswandel. Wie die "Volkssolidarität" die deutsche Vereinigung überlebte
Opladen: Leske + Budrich 2003 (Bürgerschaftliches Engagement und Nonprofit-Sektor 10); 352 S.; kart., 35,- €; ISBN 3-8100-3609-9Diss. HU Berlin; Gutachter: C. Offe, H. Wiesenthal. - Die Volkssolidarität ist eine der wenigen Massenorganisationen der DDR, die auch heute noch bestehen. Zu DDR-Zeiten war sie vornehmlich in der Altenarbeit tätig und vertrat über 2 Millionen Mitglieder; heute sind es nach einem massiven organisatorischen Wandel noch etwa 500.000. Das Leistungsspektrum ist u. a. um soziale Angebote für Kinder und Jugendliche erweitert worden. Angerhausen untersucht, welche Bedingungen und Faktoren es der Organisation ermöglichten, ihre Arbeit trotz der radikalen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen fortzusetzen. Dazu stellt sie zunächst die Rahmenbedingungen der Wohlfahrtsarbeit der DDR und der Bundesrepublik dar und zeichnet die Geschichte der seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestehenden Volkssolidarität nach. Äußerst detailliert beschreibt die Autorin im Anschluss, mit welchen Maßnahmen die unterschiedlichen Ebenen der Organisation auf die äußeren Veränderungen reagierten. Dabei stützt sie sich insbesondere auf Experteninterviews. Abschließend entwickelt sie einen neuen theoretischen Ansatz zum Wandel in sozialen Organisationen: das Konzept von so genannten „Brücken". Diese vermitteln auf unterschiedlichen Ebenen (symbolisch, biografisch usw.) zwischen Altem und Neuem; sie ermöglichen und strukturieren so den organisatorischen Wandel.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.331 | 2.314 | 2.315
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Susanne Angerhausen: Radikaler Organisationswandel. Opladen: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17489-radikaler-organisationswandel_20137, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20137
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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