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/ 17.06.2013
Otfried Höffe

Politische Gerechtigkeit. Grundlegung einer kritischen Philosophie von Recht und Staat

Frankfurt a. M.: Suhrkamp Taschenbuch Verlag 2002; 525 S.; 3. Aufl.; 17,- €; ISBN 3-518-28400-2
Bei dem Band handelt es sich um die unveränderte Neuausgabe der ersten Auflage des Textes von 1987, die jedoch um ein zwölfseitiges Nachwort ergänzt wurde. Es fasst die Grundkonzeption des Buches zusammen, um seine Bedeutung über den Kontext der damaligen Diskussion hinaus zu unterstreichen, nennt die Weiterentwicklungen dieser Konzeption in jüngeren Veröffentlichungen von Höffe und skizziert dessen weitere Arbeitspläne. Die in diesem Band dargelegte politische Philosophie bildet die Grundlage für Höffes Konzept einer subsidiären und föderalen Weltrepublik ("Demokratie im Zeitalter der Globalisierung", siehe ZPol 1/01: 152 f.). In Auseinandersetzung mit klassischen Positionen der politischen Philosophie (insbesondere Aristoteles, Hobbes und Kant) entwickelt der Autor eine philosophische "Minimalanthropologie" (489), mit deren Hilfe er seine Begründung des Zustimmungsprinzips ("Konzept des transzendentalen Vertrags" [449]) und seine Rechtfertigung öffentlicher Zwangsbefugnis formuliert. Mit der Verbindung von politischer Philosophie und Ethik wendet Höffe sich gleichermaßen gegen die von Marx inspirierte Herrschaftskritik wie gegen die Auflösung der Idee der politischen Gemeinschaft durch den Funktionalismus der (Luhmann'schen) Systemtheorie - beides Ansätze, die zur Zeit im Zuge der Globalisierungskritik einen neuen Aufschwung erleben.
Hendrik Hansen (HH)
Dr., Lehrbeauftragter, Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 5.425.41 Empfohlene Zitierweise: Hendrik Hansen, Rezension zu: Otfried Höffe: Politische Gerechtigkeit. Frankfurt a. M.: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16775-politische-gerechtigkeit_19275, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19275 Rezension drucken
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