Skip to main content
/ 20.06.2013
Jürgen Gebhardt

Politik, Hermeneutik, Humanität. Gesammelte Aufsätze. Zum 70. Geburtstag hrsg. von Clemens Kauffmann, Helmut Klumpjan, Matthias Riedl, Hans-Jörg Sigwart

Berlin: Duncker & Humblot 2004 (Beiträge zur Politischen Wissenschaft 134); XIV, 361 S.; 78,- €; ISBN 3-428-11613-5
Die Aufsätze, die aus mehr als zwei Jahrzehnten stammen und in Buchform veröffentlicht werden, geben einen repräsentativen Überblick über das wissenschaftliche Schaffen Jürgen Gebhardts. Bis in die 80er-Jahre stehen ideologiekritische Fragen im Vordergrund, dann wendet sich Gebhardt der „Erforschung politischer Symboliken und den zugrunde liegenden Bewusstseinsstrukturen“ (XIII) zu. Ein weiterer Schwerpunkt „betrifft das Konzept einer bürgerschaftlichen Politik, das im deutlichen Kontrast zu dem in der deutschen Tradition vorherrschenden staats- und machtzentrierten Politikmodell steht, und dessen Traditionsstrang von der griechischen Polis und dem antiken Rom über den italienischen, englischen und amerikanischen Republikanismus bis zum modernen Kommunitarismus reicht“ (XIII). „Der dritte Schwerpunkt betrifft das Verhältnis von Politik und Religion. Gebhardt erforscht dabei den Phänomenbereich des Religiösen in möglichst weiter Ausdifferenzierung und beschränkt sich keineswegs nur auf das Verhältnis von Kirche und Staat. Die Themen reichen von den religiösen Massenbewegungen, der Bedeutung des Transzendenzbezugs für das politische Leben, dem Phänomen säkularer Ersatzreligionen bis hin zur Bedeutung der Zivilreligion als geistiges Band der Gesellschaft.“ (XIV) Aus dem Inhalt: I. Grundfragen der Politischen Wissenschaft Symbolformen gesellschaftlicher Sinndeutung in der Krisenerfahrung (1980) Was heißt Philosophieren über Politik heute? (1981) Über das Studium der politischen Ideen in philosophisch-historischer Absicht (1984) Politische Kulturforschung – ein Beitrag zur vergleichenden Analyse sozio-kultureller Ordnungszusammenhänge (1986) Politische Kultur und Zivilreligion (1987) Die Suche nach dem Grund – eine zivilisationsgeschichtliche Konstante? (1990) Gibt es ‚wissenschaftliche’ Erfahrung vom Menschlichen? (1992) Was ist der Gegenstand einer empirisch-hermeneutischen Theorie des Politischen? (1999) II. Ideengeschichtliche Studien Die Werte – Zum Ursprung eines Schlüsselbegriffs der politisch-sozialen Sprache der Gegenwart in der deutschen Philosophie des späten 19. Jahrhunderts (1989) Selbstregierung und republikanische Ordnung in der politischen Wissenschaft der Federalist Papers (1990) Religion und Christentum in der humanistischen Politik der frühen Neuzeit (1992) Autorität und Macht in der „Politik“ James Harringtons (1993) Die Idee des Bürgers (1995) Leo Strauss: The Quest for Truth in Times of Perplexity (1996) Die Rehabilitierung der Politik – Anmerkungen zu Hannah Arendt (1996) Zum Begriff des Politischen in der hellenischen Antike (1999) Voegelin und das Politische (2003)
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 1.31.15.315.42 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Jürgen Gebhardt: Politik, Hermeneutik, Humanität. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23163-politik-hermeneutik-humanitaet_26518, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 26518 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA