/ 21.06.2013
Ekkehard Martens
Platon
Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2009 (Grundwissen Philosophie); 140 S.; 9,90 €; ISBN 978-3-15-020325-5Der prominente Philosophiedidaktiker, Experte der griechischen Philosophie und Herausgeber einzelner Schriften Platons legt eine Einführung vor, die das – zumindest in der Politikwissenschaft – von Popper beeinflusste, negative Bild Platons deutlich relativiert. In der von Sympathie getragenen Darstellung, die Platon dem Platonismus gegenüberstellt, wird dessen Philosophie anhand der vier Kantischen Fragen rekonstruiert. Im Zentrum steht dabei die These, dass die platonische Philosophie einen objektiven Pragmatismus entwickelt, denn die berühmte Ideenlehre dürfe nicht einfach als eine bloße Jenseitigkeit, sondern müsse als praktisch erfahrbare Handlungsregel verstanden werden. Diese Charakterisierung Platons lässt sich zwar vor allem in den frühen Dialogen finden, stehe aber auch noch bei den späteren Schriften Platons im Hintergrund, selbst wenn er zunehmend den offenen philosophischen Diskurs durch ein wissenschaftlich diszipliniertes Forschen durchbricht. Hier ergeben sich dann auch die Schwächen Platons, denn dessen akademische Vereinseitigung führt zwangsläufig zu einem Elitismus, der ein angemessenes Politikverständnis maßgeblich belastet. Wenn Martens dennoch Platons Dialoge als „natürliches, elementares, akademisches Philosophieren als Einheit“ (122) versteht, so entspricht dies vor allem dem frühen sokratischen Platon und der dialogisch-pragmatischen Philosophiedidaktik des Autors.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.31
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Ekkehard Martens: Platon Stuttgart: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30870-platon_36688, veröffentlicht am 05.08.2009.
Buch-Nr.: 36688
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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