/ 18.06.2013
Thomas Bohrmann
Organisierte Gesundheit. Das deutsche Gesundheitswesen als sozialethisches Problem
Berlin: Duncker & Humblot 2003 (Sozialwissenschaftliche Abhandlungen der Görres-Gesellschaft 26); 377 S.; 74,- €; ISBN 3-428-11019-6Habilitationsschrift Kath.-Theolog. Fakultät München; Gutachter: A. Baumgartner, K. Hilpert. - Kann die christliche Sozialethik in den aktuellen gesundheitspolitischen Reformdebatten Orientierungspunkte bieten? Ausgehend von den in der Sozialethik zentralen Begriffen Gerechtigkeit, Personalität, Solidarität und Subsidiarität entwickelt Bohrmann Überlegungen zur zukünftigen Gestaltung des Gesundheitswesens. Dieses sollte zwar solidarisch ausgerichtet sein, aber gleichzeitig die Verantwortung des Einzelnen für die Gesundheitsversorgung stärker betonen. Der Autor spricht von einer „solidarischen Wettbewerbsordnung" (30), die Prinzipien einer kollektiven Gesundheitssicherung mit marktwirtschaftlichen Prinzipien verbindet. Daher empfiehlt sich die Weiterentwicklung des Wettbewerbs in diesem Bereich mit einer Zweiteilung des Versicherungssystems in Grund- und Zusatzleistungen. Drei konkrete Vorschläge werden präsentiert: die Flexibilisierung des Vertragsrechts; die Aufhebung der Wettbewerbsbeschränkungen im Bereich der Selbstmedikation; mehr Kommunikationsfreiheit in Gestalt der Werbung und somit eine stärkere Transparenz im Gesundheitswesen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.343
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Thomas Bohrmann: Organisierte Gesundheit. Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19887-organisierte-gesundheit_23150, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23150
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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