/ 18.06.2013
Franz-Josef Hutter
No rights. Menschenrechte als Fundament einer funktionierenden Weltordnung
Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag 2003; 391 S.; 8,95 €; ISBN 3-7466-7040-3Ein Teil des Buches basiert auf der Dissertation des Autors, die im Sommersemester 2002 von der Universität Mannheim angenommen wurde. Hutter versteht die Menschenrechte nicht als ethisch-moralische Forderungen, sondern in erster Linie als politisch-rechtliche Standards. Sie bilden für ihn „das Fundament der modernen Demokratie und Bürgergesellschaft" sowie „die Grundlage für ein weltweites Freiheitsethos" (8). Menschenrechte gehören für Hutter untrennbar zum Freiheitskonzept: Sie sind „die Freiheitsrechte der einzelnen Person in ihrer Gesellschaft" (8). Ausgehend von dieser Grundeinstellung untersucht der Autor im ersten Teil seines sehr lesenswerten Buches die Entwicklung des heute gültigen Menschenrechtskonzepts durch die europäische Aufklärung. Dabei betont er, dass sich die Menschenrechte historisch als Rechte an und gegen den Staat entwickelt haben. Im zweiten Teil setzt Hutter sich mit den Gegnern der Idee der universellen Menschenrechte auseinander. Die Alternative zur universellen Geltung der Menschenrechte ist für ihn aber nicht gesellschaftliche Solidarität, sondern gesellschaftliche Unterdrückung. Er wendet sich deshalb vehement gegen oft zu hörende Thesen wie die von der Opposition angeblicher „asiatischer Werte" und dem so genannten westlichen Menschenrechtsimperialismus. Welche Möglichkeiten zur aktiven Menschenrechtspolitik im 21. Jahrhundert bestehen, ist Gegenstand des letzten Abschnitts. Hutter betont, dass die Menschenrechte auf globaler Ebene geschützt werden müssen. Er fordert zwar keinen Weltstaat, ruft aber dazu auf, konsequent die Rahmenbedingungen für die universellen Menschenrechte zu verbessern. Obwohl er in diesem Prozess stets der erste Adressat als Gegner im Kampf für die Menschenrechte ist, kommen dem Staat trotzdem gleichzeitig Schutzfunktionen zu. Ohne staatliches Handeln wären universelle Menschenrechte nicht durchsetzbar.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.42 | 4.1
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Franz-Josef Hutter: No rights. Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18699-no-rights_21693, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21693
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M. A., Politikwissenschaftler.
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