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/ 21.06.2013
Wilfried von Bredow

Militär und Demokratie in Deutschland. Eine Einführung

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008 (Studienbücher Außenpolitik und Internationale Beziehungen); 314 S.; brosch, 19,90 €; ISBN 978-3-531-15712-2
Die politische Verankerung der Bundeswehr im Gemeinwesen sowie ihre militärischen Aufgaben stehen im Mittelpunkt dieser sehr gelungenen Einführung. Der Marburger Politikwissenschaftler von Bredow verbindet dabei die organisationssoziologische mit der sicherheitspolitischen Analyse. Einleitend nimmt er allgemeine Überlegungen zum Verhältnis von Politik und Gewalt vor und stellt fest, dass sich physische Gewalt nur zur Destruktion, kaum aber zur Fundierung sozialer Beziehungen eignet. Dennoch gibt es auch in westlichen Demokratien „auf jeden Fall umfangreiche Organisationen, zu deren Aufgaben unter bestimmten Umständen der Einsatz physischer Gewalt gehört“ (20) – Polizei und Streitkräfte. Von Bredow verknüpft diese Feststellung mit dem internationalen System, das durch eine wachsende Zahl von Regeln und Normen des Völkerrechts gekennzeichnet ist. Angesichts der gegenwärtigen Entwicklung von asymmetrischen Kriegen spricht dennoch „viel für die Vermutung, dass der Pegel organisierter physischer Gewalt nicht sinkt, sondern eher anzusteigen droht“ (27). Diese Perspektive von außen ergänzt er wiederum um eine Innenansicht über das Verhältnis von Gesellschaft und Militär. In diesen Rahmen wird dann die Betrachtung von Militär und Politik in Deutschland gestellt. Aufschlussreich ist vor allem die Darstellung der Neuordnung des zivil-militärischen Verhältnisses in der Bundesrepublik seit der Gründung der Bundeswehr 1955. Neben der Effektivität der Arbeit der Streitkräfte hebt von Bredow die Notwendigkeit ihrer optimalen Integration in die Gesellschaft hervor, geht auf das Prinzip der Inneren Führung und auf die Wehrpflicht ein. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherheitspolitik zu Beginn des 21. Jahrhunderts und die mit Blick auf die Auslandseinsätze erforderlichen Transformationen der Bundeswehr. Von Bredow schließt seine Ausführungen mit einem Ausblick u. a. auf das Konzept der Human Security – mit dieser zukunftsweisenden Idee wird nicht die Sicherheit von Staaten, sondern die der Menschen in den Mittelpunkt gestellt.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3242.314.21 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Wilfried von Bredow: Militär und Demokratie in Deutschland. Wiesbaden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28434-militaer-und-demokratie-in-deutschland_33497, veröffentlicht am 24.04.2008. Buch-Nr.: 33497 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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