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/ 18.06.2013
Joachim Koch

Megaphilosophie. Das Freiheitsversprechen der Ökonomie

Göttingen: Steidl 2001; 448 S.; 12,- €; ISBN 3-88243-895-9
Koch möchte mit seiner weit gespannten Ideengeschichte ein Plädoyer für ein neues Selbstverständnis zeitgenössischer Philosophie entwerfen. Sehr beredt und jenseits der Fachterminologie zeichnet er die Entwicklung neuzeitlicher „Megaphilosophien" nach, die - nach Aufklärung und Idealismus - im Objektivitätsanspruch der Philosophie des 19. Jahrhunderts kulminierte, um dann von der Durchsetzung des ökonomischen Denkens abgelöst zu werden. Mit der globalen Ökonomisierung werde wieder einmal die Frage nach dem Selbstverständnis der Philosophie aufgeworfen - und Koch votiert für einen von Deleuze und Foucault inspirierten Konstruktivismus. Da der Ökonomismus den Rang einer neuen Megaphilosophie einnimmt, muss sich Philosophie von der klassischen Aufgabe einer „Erkenntnis der Realität" verabschieden und stattdessen zu einem Denken wandeln, das „aktiv an der Erfindung und Gestaltung von Realität partizipiert" (419). Aus dem Inhalt: I. Der Bruch. Das Aufkommen neuzeitlicher Megaphilosophie II. Bedürfnis und Bedürftigkeit. Entstehung der Ökonomie und ihre Umwandlung in eine Philosophie III. Empfindung und Empfindlichkeit. Die Geburt des homo oeconomicus IV. Mut und Unmut. Konkursmasse der Philosophie und Neuordnung der res publica V. Hort und Hortung. Abschaffung der Arbeit und Umverteilung des Reichtums VI. Virtuos und virtuell. Erfindung und Inbetriebnahme einer zweiten Wirklichkeit VII. Idealismus und Ideologie. Von der politisch-nationalen zur ökonomisch-internationalen Identität und das Comeback des Absoluten
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.42 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Joachim Koch: Megaphilosophie. Göttingen: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18835-megaphilosophie_21852, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21852 Rezension drucken
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