Skip to main content
/ 20.06.2013
Peter Gleichmann / Thomas Kühne (Hrsg.)

Massenhaftes Töten. Kriege und Genozide im 20. Jahrhundert

Essen: Klartext 2004 (Frieden und Krieg. Beiträge zur Historischen Friedensforschung 2); 418 S.; brosch., 22,- €; ISBN 3-89861-218-X
Der Sammelband vereinigt die Beiträge einer interdisziplinären Tagung, die Anfang November 2001 vom Arbeitskreis Historische Friedensforschung und der Evangelischen Akademie Loccum gemeinsam veranstaltet wurde. Das Phänomen des „Massentötens“ wird in zweierlei Hinsicht untersucht: Einerseits geht es um das Töten „als soziale Praxis“ und andererseits um das „Reden und Schweigen vom Töten“. Bei beiden Aspekten liegt der Schwerpunkt auf der Täterperspektive. Die Aufsätze befassen sich zum kleinen Teil mit abstrakten Darstellungen (Kühne, Dave Grossmann, Joanna Bourke, auch z. T. Annette Jander). Die Mehrzahl bildet jedoch die Untersuchung von Einzelfragen in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen: Historische Untersuchungen liefern Hans-Heinrich Nolte (über Weißrussland), Wolfram Wette (über ein Massaker im Zweiten Weltkrieg) wie auch Joachim Perels. Untersuchungen der Literaturwissenschaft (Dirk Niefanger, Aribert Reimann) finden sich ebenso wie die der Medienwissenschaften (Irmgard Wilharm, Winfried Scharlau), der Psychologie (Rolf Pohl) und der Soziologie (Elcin Kürsat-Ahlers). Auch Genderfragen werden in zwei Beiträgen behandelt (Bernd Greiner, Gaby Zipfel). Der Band richtet sich primär an Forschende der Friedens- und Konfliktforschung. Aus dem Inhalt: Thomas Kühne: Massen-Töten. Diskurse und Praktiken der kriegerischen und genozidalen Gewalt im Jahrhundert (11-52) I. Töten als soziale Praxis Dave Grossmann: Eine Anatomie des Tötens (55-104) Michael Geyer: Vom Massenhaften Tötungshandeln, oder: Wie die Deutschen das Krieg-Machen lernten (105-142) Hans-Heinrich Nolte: Töten in Belorussland 1936-1944 (143-157) Rolf Pohl: Normalität und Pathologie - Sozialpathologische Anmerkung zur Psychogenese von Massenmördern (158-179) Elcin Kürsat-Ahlers: Über das Töten in Genoziden. Eine Bilanz historisch-soziologischer Deutungen (180-206) Detlef Bald: Atomare Vergeltung - Über das Töten im Atomkrieg (207-223) Bernd Greiner: Das alltägliche Verbrechen - Sexuelle Gewalt im Vietnamkrieg (224-243) Gaby Zipfel: Schlachtfeld Frauenkörper (244-264) II. Reden und Schweigen vom Töten Dirk Niefanger: „Mordesmorde“. Tötungsimaginationen in der Kriegsliteratur des 20. Jahrhunderts (267-286) Joanna Bourke: Auge in Auge mit dem Feind: Das Töten von Angesicht zu Angesicht in den Kriegen des 20. Jahrhunderts (1914-1975) (287-306) Aribert Reimann: Wenn Soldaten vom Töten schreiben - Zur soldatischen Semantik in Deutschland und England, 1914-1918 (307-319) Klaus Latzel: Töten und Schweigen. Wehrmachtssoldaten, Opferdiskurs und die Perspektive des Leidens (320-338) Wolfram Wette: Tötung der Opfer und der Erinnerung - Das Massaker von Babij Jar am 29./30.9.1941 (339-360) Joachim Perels: Wahrnehmung und Verdrängung von NS-Verbrechen durch die Justiz (361-371) Irmgard Wilharm: Legimation und Anklage - Die Darstellung des Tötens in Spielfilmen und dokumentarischen Filmen (372-382) Winfried Scharlau: Wie realistisch schildern Medien den Krieg, die Täter und die Opfer? (383-393) Annette Jander: Kriegsberichterstattung und die „Kultur des Todes“ (394-410) Peter R. Gleichmann: Nachwort (411-414)
Manutscher Saba (MS)
M. A., Lehrbeauftragter, Seminar für Politische Wissenschaft, Universität Bonn.
Rubrizierung: 4.412.252.312 Empfohlene Zitierweise: Manutscher Saba, Rezension zu: Peter Gleichmann / Thomas Kühne (Hrsg.): Massenhaftes Töten. Essen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22275-massenhaftes-toeten_25407, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25407 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA