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/ 11.06.2013
Max Müller

Macht und Gewalt. Prolegomena einer politischen Philosophie. Hrsg. und kommentiert von Anton Bösl

Freiburg i. Br./München: Verlag Karl Alber 1999 (Alber-Reihe Philosophie); 192 S.; geb., 68,- DM; ISBN 3-495-47965-1
Nur ein geringer Teil des Buches besteht aus Texten, die der 1994 verstorbene Philosoph Müller zur Veröffentlichung vorgesehen hatte. Den Rest machen eine zusammen mit dem Herausgeber verfasste vorläufige Einführung, eine thematisch unsortierte Sammlung von Arbeitsnotizen und ein vom Herausgeber erstellter Kommentar aus. Inhaltlich geht es darum, (in stark heideggerisierender Sprache) der aristotelischen Unterscheidung von dynamis und energeia, Potenz und Akt, ein antischolastisches Gewicht zu geben: durch Aufwertung der Potenz, der reinen Möglichkeit. An diesen Grundgedanken schließen sich drei abgeleitete Gedankengänge an. "Die Autorität des Handelns" (23) beruht auf einem Gebrauch von Macht (Potenz), der nicht auf Gewalt (Akt) angewiesen ist; die "Frömmigkeit des Denkens" zeigt sich in dem Verzicht darauf, "die Macht des Gedankens durch Gewalt auf den Begriff zu bringen" (12); und die "Würde des Seins" (52) besteht in dessen Unvereinbarkeit mit der "Gewalt des Begriffs" (12) und seiner ausschließlichen Zugänglichkeit per Selbstoffenbarung.
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 5.465.42 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Max Müller: Macht und Gewalt. Freiburg i. Br./München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11024-macht-und-gewalt_13032, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13032 Rezension drucken
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