/ 21.06.2013
Christoph Busch
Konfliktbearbeitung an Schulen durch demokratiepädagogische Jugendforschung. Die Dialogische Selbstbeobachtung an Schulen und in ihrem sozialen Umfeld
Hamburg: Lit 2007 (Politikwissenschaft 142); 501 S.; brosch., 39,90 €; ISBN 978-3-8258-9784-0Wirtschafts- und Organisationswiss. Diss. Universität der Bundeswehr Hamburg; Gutachter: W. Gessenharter. – Busch verfasste seine Arbeit im Rahmen eines Forschungs- und Bildungsprojektes zum im Untertitel genannten Thema. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Schüler mit Konflikten innerhalb ihres schulischen und allgemeinen sozialen Umfeldes umgehen. Die Einübung von demokratie- und kompromissfähigen Umgangsformen soll dabei dazu beitragen, Konflikte schneller bewältigen zu können. Gleichzeitig sollen auf diesem Weg die Handlungspotenziale von Jugendlichen – auch im Hinblick auf die oft beklagte Demokratie- und Politikverdrossenheit – erweitert werden. Der Autor führt eingangs aus, welches Verständnis der Demokratiepädagogik er für seine Studie zugrunde legt, bevor er sich mit wissenschaftstheoretischen Fragestellungen auseinandersetzt. Im Folgenden beschreibt er, welchen Zweck die Dialogische Selbstbeobachtung verfolgt und welche Erkenntnisziele mit ihr verbunden sind. Ausführlich geht er dabei auf die Form der Datenerhebung durch vornehmlich dialogische Interviews ein, die im Rahmen des Projektes durchgeführt wurden. Die empirischen Ergebnisse der Studie beziehen sich auf unterschiedliche Bereiche sowohl des schulischen als auch des außerschulischen sozialen Lebens. Im Zentrum steht zunächst die Situationsdefinition durch die Schüler, die das Wohlbefinden an der spezifischen Schule sowie sozialökologische Faktoren umfasst. Weitere Fragestellungen betreffen ihre Wertorientierungen, Zukunftsvorstellungen und Konfliktwahrnehmungen innerhalb der Schule. Hervorzuheben sind hier die umfangreichen Ausführungen zu den theoretischen Grundlagen und dem methodischen Vorgehen des Projektes, die vom Autor detailliert dargelegt werden. Des Weiteren ermöglicht es die sorgfältige Erhebung der Daten dem Forscher, differenzierte Aussagen über den Untersuchungsgegenstand zu machen und diese für den Leser nachvollziehbar darzustellen.
Maren A. Kreutler (geb. Becker) (MAB)
M. A., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.35 | 2.343
Empfohlene Zitierweise: Maren A. Kreutler (geb. Becker), Rezension zu: Christoph Busch: Konfliktbearbeitung an Schulen durch demokratiepädagogische Jugendforschung. Hamburg: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27966-konfliktbearbeitung-an-schulen-durch-demokratiepaedagogische-jugendforschung_32864, veröffentlicht am 01.04.2008.
Buch-Nr.: 32864
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M. A., Politikwissenschaftlerin.
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