Skip to main content
/ 19.06.2013
William Rasch

Konflikt als Beruf. Die Grenzen des Politischen

Berlin: Kulturverlag Kadmos 2005; 222 S.; geb., 22,50 €; ISBN 3-931659-62-3
Konflikt ist ein zentrales Thema der Politikwissenschaft. Auch in der politischen Theorie kann es auf eine lange Tradition zurückblicken. Insofern entwickelt der Autor keine neue Theorie, sondern will das Thema für den gegenwärtigen Diskurs neu aufbereiten. „Im Gegensatz zu dem nahezu universellen Druck, die ärgerliche Komplexität des Politischen abzuschaffen, ist es das Ziel dieses Bandes, zu untersuchen, ob es noch möglich ist, jede Wiederbelebung eschatologischen Verlangens zurückzuweisen, und Konflikt als die notwendige und gesunde Basis politischen Lebens zu bestätigen.“ (12) Um diese Frage zu beantworten, arbeitet sich der amerikanische Professor für „Germanic Studies“ am Werk von Carl Schmitt ab. Neben einer ausführlichen Einleitung behandelt er in sechs Kapiteln die Themen Souveränität, Revolution, Krieg, Kommunikation und Menschenrechte. Fragwürdig bleibt, wieso der Autor grundlegende konflikttheoretische Überlegungen etwa von Dahrendorf ignoriert und die eingehende Kritik an Schmitt – immerhin ein bedeutender geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus - beiläufig beiseite wischt. Aber nur mit dieser Vorgehensweise gelingt Rasch seine Kritik der liberalen Demokratie und so kann er es vermeiden, Alternativen jenseits einer Gesundbeterei von Schmitts Werk aufzuzeigen.
Christoph Busch (CHB)
Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Rubrizierung: 5.425.444.14.414.422.25 Empfohlene Zitierweise: Christoph Busch, Rezension zu: William Rasch: Konflikt als Beruf. Berlin: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21100-konflikt-als-beruf_24617, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24617 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA