/ 18.06.2013
Everhard Holtmann / Werner J. Patzelt (Hrsg.)
Kampf der Gewalten? Parlamentarische Regierungskontrolle - gouvernementale Parlamentskontrolle. Theorie und Empirie
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 334 S.; brosch., 34,90 €; ISBN 3-8100-4035-5Die Funktionslogik des parlamentarischen Regierungssystems besteht in der Verbindung der Parlamentsmehrheit mit der Regierung für die Dauer der Legislaturperiode. Dieser Handlungskörper wurde bereits in den Sechzigerjahren von Winfried Steffani mit dem eingängigen Begriff der "Regierungsmehrheit" bezeichnet. Dem steht aber Art. 20 Abs. 2 GG entgegen, der die Ausübung der Staatsgewalt in „besonderen“, also voneinander getrennten, Organen bestimmt.
Um dieses Spannungsverhältnis zwischen materiellem und formalem Politikverständnis kreisen die Beiträge dieses Bandes. „Wer kontrolliert wen in welcher Weise und mit welchem Effekt?“ (9) ist dabei die entscheidende Frage: Welche Akteure stehen sich auf verschiedenen Ebenen der Politik gegenüber - Regierung und Parlament oder Parteien beziehungsweise Parteienkoalitionen? Und: Wie sind die Machtverhältnisse zwischen diesen Akteuren strukturiert?
Aus dem Inhalt:
Everhard Holtmann / Werner J. Patzelt / Christina Trittel:
Wer kontrolliert wen und mit welchem Effekt? - Zum dynamischen Zusammenwirken von gesetzgebender und exekutiver Gewalt im parlamentarischen Regierungssystem Deutschlands - Einführende Bemerkungen in diesen Band (7-16)
Eberhard Schuett-Wetschky:
Gouvernementale Parlamentskontrolle? - Politische Führung, Regierungsmehrheiten und das Verhältnis von Parlament und Regierung (17-42)
Karlheinz Niclauß:
Gouvernementale Parlamentskontrolle in der Kanzlerdemokratie? (43-54)
Manfred Schwarzmeier:
Gouvernementale Kontrolle und parlamentarische Mitsteuerung. Wirkmechanismen informalen Einflusses zwischen Regierung und Parlamentsmehrheit (55-84)
Jens Kalke / Peter Raschke:
Regierungsmehrheit und Opposition in den bundesdeutschen Landtagen - eine quantitative Auswertung von Plenarprotokollen (85-106)
Karin Algasinger / Jürgen von Oertzen / Helmar Schöne:
Wie das Parlament die Regierung kontrolliert: Der Sächsische Landtag als Beispiel (107-148)
Stephan Dreischer:
Das Europäische Parlament - ein machtvoller oder machtloser Kontrolleur? (149-172)
Sabine Kropp:
„Gouvernementale Parlamentskontrolle“? - Überlegungen am Beispiel des Politikfelds Wohnen in Deutschland und Großbritannien (173-200)
Christina Trittel:
Parlamentarische Kontrollkompetenzen oder totaler Einflußverlust? Die Landtagsfraktionen Sachsen-Anhalts im werdenden SED-Staat 1946 bis 1950 (201-236)
Roland Schirmer:
Kontrolle der Volkskammer durch die SED (237-268)
Manfred Schwarzmeier:
Grenzen der Gefolgschaft. Die Mineralölsteuerbefreiung für Privatflieger 1988 als Beispiel parlamentarischer Mitsteuerung (269-288)
Kai-Uwe Schnapp:
Parlament und Ministerialbürokratie - David und Goliath oder nur ungleiche Brüder im Prozess der Gesetzesentwicklung? (289-312)
Stefan Marschall:
Beziehungsspiele zwischen Parlament und Regierung - „Rules of the Game“ und ihre Reform (313-332)
Sebastian Galka (SGA)
Doktorand, Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.321 | 2.322 | 2.325 | 2.314 | 2.21 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Sebastian Galka, Rezension zu: Everhard Holtmann / Werner J. Patzelt (Hrsg.): Kampf der Gewalten? Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20042-kampf-der-gewalten_23343, veröffentlicht am 16.08.2007.
Buch-Nr.: 23343
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Doktorand, Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
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