Skip to main content
/ 05.06.2013
Jürgen Weber / Michael Piazolo (Hrsg.)

Justiz im Zwielicht. Ihre Rolle in Diktaturen und die Antwort des Rechtsstaates

München: Olzog 1998 (Akademiebeiträge zur politischen Bildung/Akademie für Politische Bildung 32); 358 S.; brosch., 44,- DM; ISBN 3-7892-9201-X
Der Band enthält Beiträge, die sich den unterschiedlichen historischen, rechtlichen und rechtspolitischen Aspekten beim Umgang mit der Justiz in Unrechtsstaaten widmen und zusammengenommen eine vergleichende Perspektive auf die Problematik ermöglichen. Inhalt: Jürgen Weber / Michael Piazolo: Parteisoldaten in Richterrobe (11-22). I. Nationalsozialistische Diktatur: Jürgen Zarusky: Politische Strafjustiz im nationalsozialistischen Doppelstaat (25-37); Bernhard Jahntz: Diener des Unrechts: Funktionen und Selbstverständnis der NS-Strafjustiz (39-63); Günter Spendel: Freispruch für die NS-Justiz? Strafrechtliche Ahndung von Justizverbrechen in Deutschland (65-75); Willi Dreßen: Blinde Justiz – NS-Justizverbrechen vor Gericht (77-94). II. Faschistische Regime: Hans Holle: Die gesellschaftliche Überwindung des Faschismus in Italien nach 1943 (97-109); Walther L. Bernecker: Zum Umgang mit ungeliebter Vergangenheit – Die spanische Gesellschaft und die Erinnerung an den Bürgerkrieg von 1936 (111-130); Fernando Rosas: Politische Justiz in Portugal unter dem Regime Salazar (131-147). III. Kommunistische Diktaturen: Sowjetunion, Polen: Friedrich-Christian Schroeder: "Verräter und räudige Hunde" – Die Justiz im Stalinismus (151-159); Adam Krzeminski: Zwischen Amnestie und Aufarbeitung – Das polnische Beispiel (161-167). IV. Kommunismus in Deutschland: Die SED-Partei-Diktatur: Hermann Wentker: Justiz im Übergang: Die sowjetische Besatzungsmacht, die deutschen "Täter" und die Anfänge der politischen Strafjustiz in der SBZ/DDR (171-190); Falco Werkentin: Instrumentalisierung der Strafjustiz durch die SED: Methoden – Ziele – Fälle (191-212); Clemens Vollnhals: Nomenklatur und Kaderpolitik - Staatssicherheit und die "Sicherung" der DDR-Justiz (213-240); Christoph Schaefgen: Wer richtet die Richter? Die Rechtsbeugungsverfahren gegen DDR-Juristen: Ergebnisse, Kritik (241-256); Günter Spendel: Unrechtsentscheidungen des SED-Regimes und BGH-Judikatur (257-272); Rudolf Wassermann: Nachsicht und Milde – Vom Umgang mit dem Justizunrecht des SED-Regimes (273-283); Hans-Jürgen Grasemann: Vergangenheitsbewältigung durch Rehabilitierung? (285-301). V. Möglichkeiten und Grenzen der Ahndung von Justizunrecht durch den Rechtsstaat: Edzard Schmidt-Jortzig: Der Rechtsstaat ist nicht hilflos (305-310); Wolfgang Schuller: Justizunrecht im NS- und SED-Regime – einige vergleichende Überlegungen (311-319); Friedrich-Christian Schroeder: Der Rechtsstaat hat die Pflicht zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit (321-324); Herwig Roggemann: Politischer Systemwechsel, Systemunrecht und Strafrecht – Zur Kritik des deutschen Modells aus vergleichender Sicht (325-349).
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.22.212.3132.3232.612.622.312 Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Jürgen Weber / Michael Piazolo (Hrsg.): Justiz im Zwielicht. München: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7507-justiz-im-zwielicht_9994, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9994 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA