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/ 18.06.2013
Klaus Schubert

Innovation und Ordnung. Grundlagen einer pragmatistischen Theorie der Politik

Münster/Hamburg/London: Lit 2003 (Wissenschaftliche Paperbacks 7); III, 211 S.; brosch., 25,90 €; ISBN 3-8258-6091-4
Der Verfasser tritt mit dem Ziel an, vielfältige experimentelle Anstöße zu vermitteln und plädiert für mehr „konzeptionelle, theoretische und methodische Phantasie" in der Politikwissenschaft (5), um die diagnostizierte Kluft zwischen politischer Theorie und politikwissenschaftlich-empirischer Forschung und Lehre zu schließen. Als Ansatzpunkt dient ihm dazu der Pragmatismus, der für die Entwicklung der modernen Sozialwissenschaften in den USA prägend gewesen sei, und hier vor allem dessen demokratischer Individualismus. Der Theorie weist der Verfasser die Rolle eines „Hilfsmittels" zu, dessen Angemessenheit und Nützlichkeit sich nicht an immanenter theoretischer Stimmigkeit, sondern an der Bewährung an der konkreten Wirklichkeit messen lassen müsse. Er fordert eine dynamische, konstruktive politische Theorie, mit der dem für moderne Gesellschaften charakteristischen Spannungsverhältnis zwischen Innovation und Ordnung, verstanden nicht als ein kognitives oder erkenntnistheoretisches, sondern als ein dynamisches und praktisch-konstruktives Problem, begegnet werden könne. Die Studie gliedert sich in zwei Teile: Im ersten werden die politisch-philosophischen Grundlagen des Pragmatismus erläutert, im zweiten Abschnitt wird das spezifische Welt- und Menschenbild des Pragmatismus herausgearbeitet und ein politisch-theoretisches Modell vorgeschlagen, das von der Pluralität und zeit-räumlichen Bedingtheit politischen Handelns und von dessen Dynamik ausgeht, das aber auch „einen Pluralität und Dynamik stabilisierenden Kern (fort-)entwickelt und insofern Veränderungen, Verbesserungen, Innovationen nicht arbiträr, sondern vor allem als Weiterentwicklung (bewährter) Erfahrungen übernimmt" (192). Aus dem Inhalt: I. Politisch-philosophische Aspekte: 1. Was ist Pragmatismus? 2. Kernelemente des Pragmatismus. II. Politisch-theoretische und methodische Aspekte: 4.1. Das Welt- und Menschenbild des Pragmatismus; 4.2. Zeit und Raum. 5. Überlegungen zu einer Pragmatistischen Theorie der Politik: 5.1. Zur Kategorisierung; 5.2. Der pragmatistische Möglichkeitsraum.
Tanja Pritzlaff (TP)
Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
Rubrizierung: 5.21.2 Empfohlene Zitierweise: Tanja Pritzlaff, Rezension zu: Klaus Schubert: Innovation und Ordnung. Münster/Hamburg/London: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19370-innovation-und-ordnung_22518, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22518 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA