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/ 20.06.2013
Detlef Mühlberger

Hitler's Voice. The Völkischer Beobachter, 1920-1933. Vol. I: Organisation & Development of the Nazi Party. Vol. II: Nazi Ideology and Propaganda

Oxford u. a.: Peter Lang 2004; 685, 398 S.; 137,50 €; ISBN 3-906769-72-0
Im Dezember 1920 geriet der verschuldete „Völkische Beobachter“ unter die Kontrolle der Nationalsozialisten. Hitler hatte es zuvor als eines seiner vorrangigen Ziele als Parteiführer angesehen, eine Zeitung zu besitzen – eines der wichtigsten Instrumente der Propaganda. Anfangs sei das Parteiorgan nur zweimal wöchentlich mit einer Auflage von unter 10.000 Exemplaren erschienen, schreibt Mühlberger, und habe weniger Abonnenten gehabt als die NSDAP Mitglieder. Selbst 1931 und 1933 habe die Auflage nur bei 100.000 gelegen, wenig im Vergleich zu den wichtigen regionalen Tageszeitungen. Dennoch habe der „Völkische Beobachter“ bereits vor 1933 wichtige Funktionen erfüllt. Die Artikel seien die billigste Form gewesen, die NS-Ideologie zu verbreiten, womit auch der Zusammenhalt innerhalb der Partei gestärkt worden sei. Die Zeitung habe außerdem eine einfache und schnelle Information der regionalen und örtlichen Parteigruppen erlaubt. Mühlberger dokumentiert die Artikel als Spiegel der Entwicklung der NSDAP im ersten Band chronologisch, wobei kurz in die verschiedenen Zeiteinschnitte eingeführt wird. Im zweiten Band sind sie thematisch geordnet. Die Basis dieser Quellen ist die auf Mikrofilm archivierte bayerische Ausgabe des „Völkischen Beobachters“. Mühlberger begründet diese Auswahl auch damit, dass die NSDAP in ihren Anfängen vor allem eine Münchner Regionalpartei war. Außerdem erinnert er ausdrücklich an die Notwendigkeit einer quellenkritischen Lektüre. Das Parteiorgan habe, was nicht verwunderlich sei, die Erfolge der NSDAP übermäßig bejubelt und die Niederlagen ignoriert. Eine besondere Herausforderung bei der Bearbeitung der Dokumente für diese Publikation stellte die Übersetzung der Lingua Tertii Imperii ins Englische dar. Mühlberger belässt viele der spezifischen NS-Ausdrücke auf Deutsch oder setzt zumindest hinter die englische Übersetzung das Original in Klammern – sicher die richtige Lösung, zumal damit dem deutschen Nutzer die Zusammenführung mit anderen Quellen nicht unnötig erschwert wird.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Detlef Mühlberger: Hitler's Voice. Oxford u. a.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24829-hitlers-voice_28700, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28700 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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