/ 20.06.2013
Johannes Müller / Mattias Kiefer (Hrsg.)
Globalisierung der Gewalt. Weltweite Solidarität angesichts neuer Fronten globaler (Un-)Sicherheit
Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer 2005 (Globale Solidarität - Schritte zu einer neuen Weltkultur 12); XV, 158 S.; kart., 26,- €; ISBN 3-17-018674-4Die Autoren untersuchen das Verhältnis zwischen Globalisierung und Gewalt. Dabei werden sowohl die globalen Akteure als auch die Perzeption ihrer Aktionen im Rest der Welt beleuchtet. Die vier Autoren stellen die auf einem Symposium gehaltenen Referate in Aufsatzform vor, jeweils gefolgt von einem Diskussionsteil, in welchem sie auf Fragen aus dem Auditorium eingehen. Der Soziologe Trutz von Trotha beginnt dabei mit einem begrifflichen und historischen Abriss. Darin skizziert er die Entwicklung vom Kolonialismus zum „Gewaltmarkt“ und der „Globalisierung des Krieges“ (20 ff.). Anschließend wird in einem religionswissenschaftlichen Beitrag von Thomas Hoppe die Differenziertheit großer Religionen zum Thema Gewalt dargelegt. Das Verhältnis von Religion und Gewalt wird hierbei sowohl hinsichtlich des religiösen Selbstverständnisses als auch in Bezug auf die politischen Folgen untersucht. Norbert Brieskorn interpretiert daraufhin die Geschichte nach rechts- und sozialphilosophischen Theorien. Dabei unternimmt er eine Argumentationsanalyse von Carl Schmitt, Thomas Hobbes und Richard Rorty, der zurzeit als Hauptvertreter des amerikanischen Poststrukturalismus gilt, welche u. a. aufzeigt, dass Zivilisierung niemals ohne Gewalt stattfand. Zuletzt stellt Lothar Brock aus politikwissenschaftlicher Sicht die komplexe Wechselwirkung von Recht und Gewalt seit Ende des Kalten Krieges dar. Ausgehend vom Scheitern einer Transformation des klassischen Völkerrechts in ein Friedensrecht Anfang der 90er-Jahre argumentiert er gegen einen überstürzten Übergang vom Diskurs über Frieden durch Recht zu einem Diskurs über Ordnung als imperialem Projekt. Er fordert, bereits existierende Ansätze zur Schaffung einer Weltrechtsordnung zu stärken, um über die Bezugnahme auf das Recht „neue Standards der Angemessenheit im Umgang mit den jeweiligen Fragen der Weltpolitik zu entwickeln“ (127).
Manutscher Saba (MS)
M. A., Lehrbeauftragter, Seminar für Politische Wissenschaft, Universität Bonn.
Rubrizierung: 4.1 | 4.42 | 2.2 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Manutscher Saba, Rezension zu: Johannes Müller / Mattias Kiefer (Hrsg.): Globalisierung der Gewalt. Stuttgart: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21787-globalisierung-der-gewalt_26802, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 26802
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M. A., Lehrbeauftragter, Seminar für Politische Wissenschaft, Universität Bonn.
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