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/ 19.06.2013
Juan Goytisolo

Gläserne Grenzen. Einwände und Anstöße. Aus dem Spanischen von Thomas Brovot und Christian Hansen

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2004 (edition suhrkamp 2375); 193 S.; 10,- €; ISBN 3-518-12375-0
Der in Barcelona geborene und in Marrakesch lebende Schriftsteller versteht sich als Mittler zwischen den islamischen und europäischen Ländern. In dem Band finden sich von ihm in spanischen Tageszeitungen publizierte Texte sowie Aufsätze aus den letzten zwei Jahrzehnten. Goytisolo setzt sich dabei mit dem Konflikt im Nahen Osten, dem Irak‑Krieg von 1991, dem islamistischen Terror vor und nach dem 11. September sowie der Zuwanderung von Muslimen nach Europa auseinander. Aus seiner Perspektive scheint Europa mehr und mehr zur „Festung" zu werden, deren Gesellschaften zunehmend von Rassismus und Islamophobie geprägt sind. Mit seiner sehr deutlichen Kritik schwimmt Goytisolo gegen den Strom der öffentlichen Meinung zu diesem Themenkomplex. Die zum Teil recht alten Texte behalten vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse im Irak oder in den Niederlanden ihre Aktualität. Goytisolo vermag es als Schriftsteller allerdings nicht, seine „Einwände und Anstöße" mit sozialwissenschaftlich fundierten Fakten zu untermauern.
Dirk Burmester (DB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
Rubrizierung: 4.14.414.422.632.672.612.232.25 Empfohlene Zitierweise: Dirk Burmester, Rezension zu: Juan Goytisolo: Gläserne Grenzen. Frankfurt a. M.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21029-glaeserne-grenzen_24537, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24537 Rezension drucken
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